Nach der Bruchlandung: Leipzigs Handballer beginnen neues Kapitel

Leipzig/Halle - Der SC DHfK Leipzig hat am Dienstagabend seinen Kader für die Saison 2026/27 präsentiert und dabei auch die vergangenen Monate Revue passieren lassen. Am Montag bestreiten die Sachsen ihr Heimdebüt in der 2. Bundesliga. Nachdem man den Auftakt in die neue Spielzeit bereits letzte Woche mit einem Aus in der ersten Runde des DHB-Pokals ordentlich vergeigt hat, soll nun der Turnaround gelingen.

Nach dem Absturz in die 2. Bundesliga soll nun ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

"Wo kann man besser neu durchstarten als am Flughafen", sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther in den noch im Bau befindlichen Werkshallen des Flugzeugbauers und neuen Sponsors "Deutsche Aircraft".

"Wir starten heute nicht nur in eine neue Saison, wir starten auch in eine neue Zeit und in ein neues Kapitel: SC DHfK 2.0. Das ist ein Kapitel, das mit einer Bruchlandung losging."

Bei der Analyse der vergangenen Spielzeit, an deren Ende die Grün-Weißen die Reise in die 2. Liga antreten mussten, sparte der DHfK-Boss nicht mit Selbstkritik: "Unsere Personalentscheidungen waren in den letzten zwei, drei Jahren nicht ideal. Oft haben wir sie reaktiv gefällt, manchmal konnten wir sie gar nicht fällen, oft haben wir sie unter enormen wirtschaftlichen Druck entscheiden müssen. Das hat dazu geführt, dass wir letztes Jahr eine Mannschaft hatten, die nicht ideal zusammengestellt war. Die auch anfällig war, körperlich aber eben auch mental."

Hinzu seien Fehleinschätzungen bei den Erwartungen an Team und Verein gekommen: "Das hat dazu geführt, dass das Unternehmen unter ziemlich großem Druck stand, dass viele auch in einer Überforderung waren. Mir tut es im Nachgang leid, dass ich das zugelassen habe", so Günther.

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Zur Teampräsentation hatte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther (M.) auch den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Handballbundes Mark Schober (53, l.) und den Präsidenten der Handball-Bundesliga, Uwe Schwenker (67, r.) eingeladen.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl
"Das hat wehgetan, richtig wehgetan", sagte Leipzigs Cheftrainer Frank Carstens (54, r.) zum Pokal-Aus.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Cheftrainer Frank Carstens erklärt Kapitänswechsel

Leipzigs Maskottchen BalLeo setzte Dean Bombac (37) die Kapitänsmütze auf.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Einer, der diesem Druck besonders ausgesetzt war, ist Lukas Binder (33). Als Kapitän und Leistungsträger musste er in der Krise noch mehr Last auf seinen Schultern tragen als seine Teamkollegen. Anfang August hatte der Verein dann mitgeteilt, dass Dean Bombac (37) die Grün-Weißen in der neuen Spielzeit als Kapitän führen wird, während Binder künftig als sein Stellvertreter agiert.

Cheftrainer Frank Carstens (54) dankte Binder am Dienstagabend für sein "maximales Engagement" und all das, was er zuletzt habe einstecken und ausbügeln müssen. "Ich glaube, dass es ganz guttut, nach einer solchen harten Zeit, auch an dieser Stelle einen Neuanfang zu machen", so Carstens.

Der neue Kapitän blickt der Aufgabe derweil optimistisch entgegen: "Ich bin vermutlich zusammen mit Mrkva einer der erfahrensten Spieler im Team und mein Ziel ist es, den Jungs durch meine Erfahrung in den kritischen Momenten mehr Sicherheit zu geben", sagte Bombac.

Gute Stimmung bei Leipzigs neuem Torwart-Gespann: Tomas Mrkva (37, l.) und Neuzugang Anadin Suljakovic (28, r.).  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl
Am kommenden Montag empfängt der SC DHfK Leipzig GWD Minden.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Bereits am kommenden Montag um 19.30 Uhr erhält der neue Kapitän dazu Gelegenheit: Die Leipziger empfangen GWD Minden und damit ausgerechnet das Team, das man durch einen knappen Sieg am letzten Spieltag der Vorsaison mit in den Abgrund gezogen hatte.

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