Comeback der Kurzstrecken-Flüge? Neues Werk in Sachsen will besonderes Flugzeug bauen

Von Daniel Josling

Leipzig/Halle - Inlandsflüge werden seltener, Tickets sind teuer, und aus Klimasicht steht die Kurzstrecke besonders in der Kritik. Trotzdem entsteht am Flughafen Leipzig/Halle ein Werk für ein neues Regionalflugzeug. Wie passt das zusammen - und was bedeutet das für die Region?

Nico Neumann (v.l.), Co-CEO Deutsche Aircraft, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Götz Ahmelmann, CEO der Mitteldeutsche Flughafen AG, stehen im April 2025 hinter dem Flugzeugmodell der D328 Eco nach der Grundsteinlegung für ein neues Flugzeugwerk auf dem Flughafen Leipzig/Halle. (Archivbild)
Nico Neumann (v.l.), Co-CEO Deutsche Aircraft, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Götz Ahmelmann, CEO der Mitteldeutsche Flughafen AG, stehen im April 2025 hinter dem Flugzeugmodell der D328 Eco nach der Grundsteinlegung für ein neues Flugzeugwerk auf dem Flughafen Leipzig/Halle. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

Der klassische Kurzstreckenflug mit großen Jets sei für viele Airlines kaum noch rentabel. Zugleich hätten Bahn und Straße zuletzt an Zuverlässigkeit verloren.

Die Suche nach schnellen Verbindungen zwischen kleineren Städten sei deshalb "so hoch wie lange nicht mehr".

Genau auf diese Lücke zielt die D328eco, die vom deutschen Flugzeughersteller Deutsche Aircraft entwickelt wird und künftig in Leipzig gebaut werden soll.

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Das Turbopropflugzeug - also ein propellergetriebenes Regionalflugzeug mit Turbinenantrieb - ist für rund 40 Passagiere ausgelegt und verbraucht auf kurzen Strecken deutlich weniger Treibstoff als größere Jets.

Heute würden auf solchen Routen oft zu große Maschinen eingesetzt, sagt Standortmanager Sebastian Böhnl von der Deutschen Aircraft. Kleinere Flugzeuge seien für diese Strecken deutlich wirtschaftlicher. "Der Bedarf an Regionalfliegern ist da."

Klimafrage bleibt entscheidend

Blick auf die Baustelle für die Montagehalle im neuen Flugzeugwerk der Deutschen Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle.
Blick auf die Baustelle für die Montagehalle im neuen Flugzeugwerk der Deutschen Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle.  © Jan Woitas/dpa

Das Konzept dahinter klingt einfach: Statt weniger Flüge mit großen Maschinen könnten wieder mehr Direktverbindungen mit kleineren Flugzeugen entstehen - häufig als Zubringer zu internationalen Drehkreuzen. Davon würden auch kleinere Flughäfen profitieren.

Der mögliche Markt geht über klassische Regionalfluglinien hinaus. Auch Behörden, Küstenwache oder militärische Nutzer gehören zu den potenziellen Kunden.

Ob Regionalflugzeuge tatsächlich ein Comeback erleben, hängt stark vom Klimaschutz ab. Die neue Maschine ist für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) ausgelegt, die in der Gesamtbilanz ab Herstellung deutlich weniger CO₂ verursachen als herkömmliches Kerosin.

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Allerdings wird dieser Treibstoff auf Jahre knapp bleiben. Der Flugzeugbauer selbst sieht sich hier vor allem als Technologietreiber. "Wir stellen das Produkt her und hoffen natürlich damit, dass der Stein ins Rollen kommt", sagt Böhnl.

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Das Projekt soll Arbeitsplätze schaffen und die Region stärken

Ein Mitarbeiter der Deutschen Aircraft geht über die Baustelle für ein neues Flugzeugwerk am Flughafen Leipzig/Halle.
Ein Mitarbeiter der Deutschen Aircraft geht über die Baustelle für ein neues Flugzeugwerk am Flughafen Leipzig/Halle.  © Jan Woitas/dpa

Für Sachsen ist das Werk eines der größten Luftfahrtprojekte seit Jahrzehnten. Der Standort Leipzig/Halle ist der einzige Produktionsort für das Flugzeug. Perspektivisch sollen hier bis zu 48 Maschinen pro Jahr gebaut werden.

Rund 150 hoch qualifizierte Fachkräfte werden allein in der Montage benötigt.

Teile der Wertschöpfung entstehen bereits in Sachsen: Die Kabinenböden für die Flugzeuge kommen von den Elbe Flugzeugwerken in Dresden.

Der erste in Leipzig montierte Testflieger soll im ersten Quartal 2027 fertig werden. Langfristig ist der Standort auf Wachstum ausgelegt. Für den Fall steigender Nachfrage sind auf dem Gelände bereits Erweiterungsflächen vorgesehen. Ein Flugzeugwerk plane man "für 30 Jahre plus", sagt Böhnl.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa

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