Trotz Portners Dopingsperre: SC Magdeburg will zurück an die Spitze

Von Jordan Raza, Thomas Flehmer

Magdeburg - Bennet Wiegert (43) reagierte mit einem Augenzwinkern auf Mathias Gidsels (26) Versuch, die Favoritenrolle im Meisterkampf von Berlin nach Magdeburg zu schieben.

Magdeburg Trainer Bennet Wiegert (43) ist bereits für die neue Saison. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

"Danke für die Blumen. Ich suche noch die Vase dafür und gebe ihm Bescheid, wenn ich sie habe", sagte der Erfolgscoach des SCM der "Sport Bild".

Verbale Spitzen zwischen dem Champions-League-Sieger und dem deutschen Meister aus der Hauptstadt werden bereits vor dem ersten Bundesliga-Spiel verteilt.

In ungewohnter Rolle startet der SC Magdeburg am Freitag (20 Uhr/Dyn) beim TBV Lemgo Lippe in die neue Saison.

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Statt selbst gejagt zu werden, nimmt man diesmal den Erzrivalen aus Berlin ins Visier – mit dem klaren Ziel, die Meisterschale zurückzuerobern.

"Wir wollen natürlich die Saison so erfolgreich wie möglich gestalten", formulierte Wiegert ein bewusst offenes Ziel. Klar ist: Ein einzelner Titel reicht den erfolgsverwöhnten Magdeburgern selten.

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Portners Dopingsperre: "Keiner hatte damit gerechnet"

Nikola Portner (31) wurde nach einer positiven Dopingprobe vom März 2024 rückwirkend für 21 Monate gesperrt. (Archivbild)  © Soeren Stache/dpa

Die Vorbereitung verlief alles andere als reibungslos. Die Dopingsperre für Torhüter Nikola Portner machte es schwierig, sich voll und ganz auf das Sportliche zu konzentrieren.

"Jetzt ist es aber angenommen und akzeptiert, und wir haben ja in der Öffentlichkeit eigentlich alles dazu gesagt", sagte Wiegert.

Der SCM reagierte umgehend und nahm den Kroaten Matej Mandic (23) vorzeitig unter Vertrag. Der 23-Jährige wird am Freitag zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sergey Hernández (30) ist die Nummer eins im Tor.

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Das zumindest auf dem Papier angenehme Auftaktprogramm gegen Lemgo und den ThSV Eisenach will der SCM nutzen, um sich den letzten Feinschliff zu holen. Denn schon am 6. September steht das mit Spannung erwartete Topspiel in Berlin an.

Was für einen guten Saisonstart spricht: Auf die Ostwestfalen und die Thüringer traf Magdeburg bereits in der Vorbereitung.

Bundestrainer erwartet Sechskampf um den Titel

Bundestrainer Alfred Gislason (65) wünscht sich in dieser Saison einen Sechskampf um den Titel. (Archivbild)  © Bernd Weißbrod/dpa

Die Bundesliga-Konkurrenz will mit allen Mitteln verhindern, dass sich der Kampf um die Meisterschaft auf ein Duell zwischen Magdeburg und Berlin beschränkt.

Die SG Flensburg-Handewitt verstärkte sich dafür mit den Nationalspielern Marko Grgic (21) und Luca Witzke (26). Der THW Kiel bewies im Supercup-Krimi gegen die Füchse, dass mit ihm zu rechnen ist. Und auch die MT Melsungen gehört mittlerweile zum Kreis der Titelkandidaten.

"Früher gab es einen Zweikampf oder Dreikampf um den Titel, nun gibt es mindestens eine Sechsergruppe, die Meister werden kann", sagte Bundestrainer Alfred Gislason (65) und zählte auch Hannover-Burgdorf dazu.

Und auch Wiegert erwartet mindestens einen Fünfkampf. Der flexibel einsetzbare Elvar Örn Jonsson (27) könnte Magdeburgs Schlüsseltransfer im Meisterrennen werden. Allerdings geht Wiegert davon aus, dass der isländische Nationalspieler einige Monate benötige, um seine Stärken auszuspielen.

Dann müsste sich Magdeburg eventuell - wie in der Vorsaison - auf Aufholjagd begeben. Damals fehlte am Ende nur ein Punkt auf Berlin.

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