Mailand (Italien) - Emily Nix (28) reiste als einzige Hamburgerin zu den Olympischen Spielen in Italien. Im Gespräch mit TAG24 erzählt sie von der unvergleichlichen Erfahrung - und den Besonderheiten im olympischen Dorf.
Die Eishockeyspielerin schaffte es von den Crocodiles Hamburg in die Frauen-Nationalmannschaft und erlebte in Mailand das erste Mal die Olympischen Spiele.
"Ich glaube, man kann das mit keinem anderen sportlichen Großevent vergleichen. Auch nicht mit der WM. Das, was bei Olympia passiert ist, ist, glaube ich, einmalig", schwärmt Nix.
Mit ihrem Team gewann sie alle drei Vorrundenspiele, im Viertelfinale unterlagen die DEB-Frauen am vergangenen Samstag schließlich den hochfavorisierten Kanadierinnen mit 1:5.
Und die Niederlage bedeutete nicht nur das Ausscheiden aus dem Turnier. Am Montag mussten die Sportlerinnen bereits ihre Koffer packen. "48 Stunden nach dem Ausscheiden mussten wir aus dem olympischen Dorf abreisen. Diese Frist wurde uns gesetzt", erzählt Nix.
Immerhin konnten die Athletinnen noch zahlreiche Gadgets nach Hause mitnehmen. "Im Dorf gab es einen Raum, wo man sich ein Handy abholen konnte", erzählt die 28-Jährige. Außerdem habe es unter anderem noch einen Reisegutschein und einen Friseur gegeben, bei dem man sich jeden Tag ein Shampoo abholen konnte. "Also einfach verrückt, was es da so gab", staunt die Athletin.
Und natürlich gab es auch Gratis-Kondome. Die haben es traditionell auch wieder in die Berichterstattung geschafft.
Die lauteste Party schmissen die Tschechinnen
"Es gab einen Raum, wo man sich die Kondome abholen konnte. Und die waren dann relativ schnell leer", erzählt Nix lachend. "Wir hatten ja auch normale Betten und nicht so diese Pappbetten, wie es bei den Olympischen Spielen im Sommer war", so die Hamburgerin.
Sie schränkt aber auch gleich ein: "Also ich glaube ehrlich gesagt, das war nicht so krass, wie die Leute immer denken", sagt die Eishockeyspielerin und hat eine Vermutung, was mit den Gummis tatsächlich passiert.
"Also ich weiß, dass ein paar Leute aus meiner Mannschaft von Freunden gefragt wurden, ob die ihnen welche mitbringen können. Weil es halt besondere Verpackungen sind. Also wahrscheinlich haben auch viele welche einfach so mitgenommen", schätzt die Stürmerin.
Im Dorf wurde aber nicht nur gesammelt, erzählt Nix, die als Profi seit 2024 in Schweden aktiv ist. "Als die Eishockey-Männermannschaften kamen, da fing es halt ein bisschen mehr an, dass geflirtet wurde", sagt sie.
Im olympischen Dorf in Mailand lebten Eishockeyspieler, Eisschnellläufer und Eiskunstläufer zusammen. "Wir hatten einen Aufenthaltsraum, da lief immer Olympia. Und da haben wir oft zusammen gechillt", erzählt die 28-Jährige. Und Party gemacht.
Am lautesten hätten die Tschechinnen gefeiert, schätzt sie. "Als sie überraschend im Viertelfinale ausgeschieden sind, hat man sie auf jeden Fall gehört", sagt Nix schmunzelnd.
Ganz still wird es erst am Sonntag wieder, wenn die Spiele vorbei und das olympische Feuer erloschen ist.