Deutsche Biathletin rechnet mit Olympia-Debüt ab: "Sowohl sportlich als auch persönlich enttäuschend"
Mailand (Italien) - Das hatte sich Selina Grotian (21) anscheinend ganz anders vorgestellt! Nach drei Platzierungen außerhalb der besten 40 rechnete die Garmisch-Partenkirchenerin am Dienstagabend ziemlich schonungslos mit ihren ersten Olympischen Winterspielen ab.
"Ehrlich gesagt, sie waren für mich sowohl sportlich als auch persönlich enttäuschend", bewertete die 21-Jährige ihr Olympia-Debüt.
Im Einzel hatte es für Grotian nur zu Platz 55 gereicht, immerhin drei Ränge weiter vorn landete sie im Sprint, während ihr bestes Ergebnis die Zieleinfahrt als 41. bei der Verfolgung wurde.
Bei der Frauen-Staffel am Mittwoch ist sie zudem nicht dabei, dort gehen Julia Tannheimer (20), Franziska Preuß (31), Vanessa Voigt (28) und Janina Hettich-Walz (29) an den Start.
"Ich suche wirklich nach Antworten. Hat mich die Höhe nach meiner Corona-Infektion doch mehr als erwartet beeinflusst?", fragte sich die mehrfache Junioren-Weltmeisterin. "Eigentlich komme ich mit der Höhe gut klar. Und am Schießstand hat gar nichts so funktioniert wie sonst."
Doch nicht nur in der Loipe konnte das Mega-Event in Mailand und Cortina die Erwartungen der jungen Biathletin nicht erfüllen.
"Ich habe mir die Olympischen Spiele anders vorgestellt", gab Grotian offen zu.
Magie der Olympischen Winterspiele hat Selina Grotian nie erreicht
Die Wintersportlerin habe zwar gewusst, dass aufgrund der großen Entfernungen in Italien zwischen den einzelnen Wettkampfstandorten sowie der Bestimmungen eine andere Atmosphäre herrschen würde als bei anderen Spielen.
Aber "die Magie der Ringe, das Zusammensein der Athleten, der Geist ... Das alles hat mich nie wirklich erreicht", gestand das DSV-Ass.
"Nicht die Erfahrung, von der ich geträumt habe, aber dennoch ein Teil meiner Reise. Ich lerne daraus und komme stärker zurück", zog Grotian ihr Fazit und blickte bereits in die Zukunft.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa
