Friedrich kann's Biest nicht zähmen: Lochner holt sich sein erstes Gold!

Cortina - "Franz hat schon viermal Olympia-Gold gewonnen. Alle gönnen es dem Hansi. Ich glaube, dass Franz es ihm auch gönnt", meinte Bundestrainer René Spies schon vorm letzten der vier Läufe im Kampf ums Olympia-Gold im Zweier. Im italienischen Cortina hatte Johannes "Hansi" Lochner da bereits 92 Hundertstel Vorsprung auf den Zweitplatzierten Francesco Friedrich und brauchte gegen 21.48 Uhr nur noch einmal sauber runterfahren. Das schaffte der beste Pilot der Spiele, um sich seinen Traum zu erfüllen.

Francesco Friedrich (r.) und Alexander Schüller waren gut am Start. Aber das reichte nicht.
Francesco Friedrich (r.) und Alexander Schüller waren gut am Start. Aber das reichte nicht.  © IMAGO/HMB-Media

Am Ende betrug der Vorsprung des Berchtesgadeners auf den Pirnaer 1,34 Sekunden - unfassbar! Der Gießener Adam Ammour (+1,82) belegte Rang drei und machte damit wie 2022 in Peking das rein deutsche Podest perfekt. "Sehr verdient", meinte Spies.

Bereits nach den ersten beiden Läufen am Vortag hatte Lochner 80 Hundertstel Vorsprung. Der geschlagene Friedrich meinte da schon anerkennend: "Es gibt hier immer mal eine Passage, die trifft man gut, dann nicht so gut", so der 35-Jährige.

"Wir haben an allen Schrauben gedreht, aber Hansi hat eine Stellschraube mehr gefunden. Irgendwas hat er, was wir anderen nicht wissen. Er beschleunigt, wird immer wieder schneller, egal wie er fährt."

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So auch an Tag zwei. Gold ließ Lochner sich nicht nehmen, auch wenn der Bundestrainer vorm letzten Durchgang meinte: "Die Bahn ist ein Biest." Stimmt, allerdings hat der Bayer dieses Biest gezähmt.

Johannes Lochner zähmte das Bob-Bahn-Biest.
Johannes Lochner zähmte das Bob-Bahn-Biest.  © DPA/Robert Michael

Francesco Friedrich: "Voller Angriff" auf Vierer-Bob am Sonntag

Dass Francesco Friedrich so klar geschlagen wird, das hatte er nicht gedacht.
Dass Francesco Friedrich so klar geschlagen wird, das hatte er nicht gedacht.  © DPA/Robert Michael

Und den versprochenen Angriff von Friedrich im Keim erstickt. Der Rekordweltmeister meinte nach den Niederlagen beim Weltcup-Finale im heimischen Altenberg noch: "Bei Olympia schlagen wir zurück. Das Imperium hat bis jetzt immer zurückgeschlagen."

In Cortina gelang dies bisher nicht.

Jetzt muss der Sachse seinen Blick auf den Vierer richten. Da kann er am Sonntag immer noch Olympia-Geschichte schreiben.

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Bisher gelang es keinem Piloten, fünf Goldmedaillen zu gewinnen. Sein Zweier-Anschieber machte deshalb gleich eine Ansage: "Voller Angriff. Der Vierer ist noch ein anderes Thema, da schauen wir zuversichtlich nach vorn."

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/HMB-Media, dpa/Robert Michael

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