Mailand (Italien) - Das kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt! Bei den finnischen Eishockeyspielerinnen ist unmittelbar vor dem Start der Olympischen Spiele das Norovirus ausgebrochen. Mehrere Spielerinnen klagen über Symptome - und schon am Donnerstagabend absolviert das Team sein erstes Spiel.
Wie der finnische Sender Yle berichtete, hätten vier Spielerinnen im Laufe des Abends und in der Nacht zu Mittwoch Magenprobleme entwickelt.
Weil das Norovirus hochansteckend ist, wurden sowohl die betroffenen Athletinnen als auch ihre Zimmergenossinnen isoliert, als Vorsichtsmaßnahme sagte Finnland sowohl das geplante Training als auch Medientermine des Teams am Mittwoch ab.
"Sämtliche Teameinrichtungen im Wettkampfdorf und in der Eishalle werden desinfiziert, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Jeglicher Kontakt wird vorerst vermieden", sagte Teamärztin Maarit Valtonen einer Verbandsmitteilung zufolge.
"Noro ist eine Herausforderung, weil es leicht über Oberflächen, die Luft und Lebensmittel übertragen wird. Man kann sich überall anstecken."
Olympia 2026: Muss Finnland sein Auftaktmatch gegen Kanada absagen?
Ihr erstes Spiel des olympischen Eishockeyturniers bestreiten die Finninnen bereits am Donnerstag um 21.10 Uhr gegen Kanada - was passiert, wenn die Spielerinnen nicht rechtzeitig fit werden oder noch mehr Athletinnen Symptome entwickeln? Nach offiziellen Regeln müssten 15 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen einsatzbereit sein.
"Wir führen Gespräche mit dem Internationalen Eishockeyverband. Wenn wir nicht in der Lage sind, eine solche Anzahl von Spielerinnen auf das Eis zu bringen, müssen wir darüber diskutieren, mit wie vielen Spielerinnen das Spiel noch gespielt werden könnte", erklärte Teamchef Kimmo Oikarinen (47): "Es wäre praktisch unmöglich, in einem solchen Turnier einen neuen Termin für das Spiel zu finden."
Natürlich wäre auch eine Aufgabe des finnischen Teams möglich, darüber will Oikarinen aber noch nicht nachdenken.
"Wir vertrauen darauf, dass die Nationalmannschaft morgen auf dem Eis stehen wird", sagte der 47-Jährige.