Um letzten Wunsch zu erfüllen: Olympia-Star verschiebt Beerdigung seines Vaters

Predazzo (Italien) - Während die meisten Athleten begeistert auf die Olympischen Spiele hinfiebern, durchlebt Johann André Forfang (30) eine der schlimmsten Zeiten seines Lebens: Vor wenigen Tagen starb sein Vater. An den Spielen nimmt der norwegische Skispringer trotzdem teil, es war der letzte Wunsch des Verstorbenen.

Johann André Forfang (30) tritt bei Olympia für seinen verstorbenen Vater an.
Johann André Forfang (30) tritt bei Olympia für seinen verstorbenen Vater an.  © JAVIER SORIANO / AFP

"Ich hatte gedacht, dass er während der Meisterschaften noch hier sein würde, daher ist es unwirklich und unglaublich schwer, dass er das nicht mehr erleben kann", sagte Forfang gegenüber dem norwegischen NRK.

Hugo Forfang war am vergangenen Wochenende nach einer schweren Krebserkrankung verstorben, während sein Sohn beim Weltcup in Willingen antrat.

Anstatt die kommenden Wochen zu Hause bei der Familie zu verbringen, befindet sich der 30-Jährige aber bereits im Val di Fiemme, wo am kommenden Montag die Wettkämpfe der Skisprung-Herren starten.

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"Es war der ausdrückliche Wunsch meines Vaters, dass ich hinfahren und das zu Ende bringen sollte, was schließlich mein und sein gemeinsames Projekt ist", erklärte Forfang. Um das zu ermöglichen, entschied sich die Familie dafür, die Beerdigung von Hugo zu verschieben.

"Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Olympischen Spielen und der Beerdigung entscheiden musste", sagte der Team-Olympiasieger von 2018. Stattdessen soll die Beisetzung nun nach Ende der Winterspiele stattfinden.

Olympia 2026: Johann André Forfang springt jetzt für seinen Vater

Vater und Sohn teilten die Leidenschaft fürs Skispringen.
Vater und Sohn teilten die Leidenschaft fürs Skispringen.  © JAVIER SORIANO / AFP

Forfang hatte sich bereits vor den Wettkämpfen in Willingen von seinem Vater verabschiedet.

"Als er nach Willingen fuhr, hatte er seinem Vater 'Auf Wiedersehen' gesagt. Allein schon, sich von seinem Vater zu verabschieden, bevor man zu einem Weltcup-Rennen und weiter zu den Olympischen Spielen reist, muss sehr schwer sein", erzählte Sportdirektor Jan-Erik Aalbu (62).

Forfang habe erzählt, "dass er vier- oder fünfmal zur Tür hinausgegangen war und eine halbe Stunde gebraucht hatte, um sich dazu durchzuringen, hinauszugehen. Schließlich musste er gehen, weil er sein Flugzeug erreichen musste."

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Bei Olympia wird der 20-fache Weltcupsieger jetzt für seinen Vater antreten, der ein begeisterter Skisprung-Fan war: "Ich werde für den Rest meiner Karriere für meinen Vater springen."

Titelfoto: Bildmontage: Javier SORIANO / AFP (2)

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