Er kürzte einfach ab! Wirbel um Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia

Tesero (Italien) - Dieser Move sorgt für Aufregung! Der Franzose Mathis Desloges (23) gewann im Skiathlon bei den Olympischen Spielen Silber - doch während des Rennens verstieß er klar gegen die Regeln und kürzte ab. Lange stand eine Disqualifikation im Raum.

Mathis Desloges (23) strahlte auf dem Siegertreppchen über beide Ohren. Doch bis er Silber in der Hand hielt, musste er darum bangen, dass sein Wettkampf überhaupt gewertet wird.
Mathis Desloges (23) strahlte auf dem Siegertreppchen über beide Ohren. Doch bis er Silber in der Hand hielt, musste er darum bangen, dass sein Wettkampf überhaupt gewertet wird.  © Daniel Karmann/dpa

Beim Skiathlon laufen die Sportler zunächst zehn Kilometer im klassischen Stil, dann zehn Kilometer in der Skating-Technik.

Im Skating-Teil wollte Desloges, der zur fünfköpfigen Führungsgruppe gehörte, dann allerdings an der falschen Stelle abbiegen und bemerkte seinen Fehler zu spät, als seine Kollegen erst einen Korridor später abbogen.

Anstatt umzudrehen und sich von hinten an die Konkurrenz zu hängen, nahm er kurzerhand die Abkürzung durch die Streckenmarkierungen, die sogenannten V-Boards, hindurch!

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Durch den verbotenen Zug sparte sich der 23-Jährige einige Meter und blieb trotz seines Fehlers an der Spitze des Feldes. Im Ziel musste er sich dann nur Seriensieger Johannes Høsflot Klæbo (29) geschlagen geben.

Doch bis zur Siegerehrung hieß es Zittern, denn die Jury tagte wegen des Regelverstoßes - Desloges drohte die Disqualifikation.

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Desloges (l.) musste im Zielsprint nur Johannes Høsflot Klæbo (29, v.) ziehen lassen.
Desloges (l.) musste im Zielsprint nur Johannes Høsflot Klæbo (29, v.) ziehen lassen.  © Daniel Karmann/dpa

Nach den Regeln des Weltverbands FIS wird ein Langläufer allerdings nur dann disqualifiziert, wenn sein Regelverstoß direkte Auswirkungen auf das Endresultat hat.

Da Desloges seine Abkürzung aber mehr als sechs Kilometer vor dem Ziel nahm, war davon in einem Mann-gegen-Mann-Rennen nicht auszugehen - und so kam der Franzose mit einer Gelben Karte davon und durfte seine Silbermedaille auf dem Siegerpodest in Empfang nehmen.

"Ich bin auf der Geraden vorausgelaufen und habe die Kurve zu eng genommen. Ich habe überhaupt nicht nachgedacht", sagte der U23-Weltmeister von 2024 im französischen Fernsehen und versicherte: "Es hat mir keinen Vorteil gebracht. Das war ein Fehler von mir, nicht absichtlich. Die Gelbe Karte ist gerechtfertigt."

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Ganz folgenlos bleibt die Aktion nicht: Kassiert Desloges eine weitere Gelbe Karte, wird er für das betreffende Rennen disqualifiziert und darf auch im folgenden Wettbewerb nicht an den Start gehen.

Doch angesichts seines ersten Podestplatzes auf Weltcup-Niveau, der dann auch noch mit olympischem Silber belohnt wurde, dürfte das dem 23-Jährigen wohl egal sein.

Titelfoto: Bildmontage: Daniel Karmann/dpa, Screenshot/Instagram/tntsports

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