Skisprung-Enttäuschung bei Olympia: Bundestrainer lässt Spannungen im Team durchblicken

Predazzo (Italien) - Für die deutschen Skispringerinnen endeten die Olympischen Spiele in einer herben Enttäuschung: Zum ersten Mal, seitdem Frauen bei Olympia dabei sind, gab es keine einzige Medaille zu feiern. Stattdessen gab es jede Menge Tränen - und offenbar etwas Knatsch im Team.

Selina Freitag (24) war als große deutsche Medaillenhoffnung gestartet. Am Ende standen ein siebter Platz auf der Normalschanze und ein 17. Platz auf der Großschanze zu Buche.  © Daniel Karmann/dpa

So räumte Bundestrainer Heinz Kuttin (55) im ZDF ein, dass es aktuell um die Stimmung untereinander nicht bestens bestellt sei.

Man habe zwar "grundsätzlich einen sehr guten Teamgeist", sagte der 55-Jährige vor dem Großschanzen-Wettbewerb der Frauen.

"Aber es ist auch jede einzelne Athletin so weit, dass sie sagt: 'Ja, aber ich möchte auch besser sein als du'", räumte der Bundestrainer ein: "Das macht uns jetzt das Leben in diesem Moment sicher nicht leichter."

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Schon zuvor hatte es Berichte über Spannungen im Team gegeben, die Kuttin damit nicht ausräumte.

ZDF-Experte Severin Freund (37) wollte nach dem Wettkampf nicht davon sprechen, dass es in der Mannschaft "knirsche", sah jedoch auch, dass das Klima dem Erfolg nicht unbedingt zuträglich sei.

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Bundestrainer Heinz Kuttin (55) sah nicht die erhofften Leistungen seiner Sportlerinnen.  © Daniel Karmann/dpa

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Katharina Schmid (29) verabschiedete sich nicht wie geplant von der olympischen Bühne.  © Daniel Karmann/dpa

Es sei "vielleicht ein bisschen der falsche Fokus. Denn eigentlich sollte immer dein persönliches Ziel sein: Ich will weit genug vorne sein - und am besten ist noch jemand aus dem eigenen Team mit mir vorne dabei", schilderte der 37-Jährige das aktuelle Problem im Damen-Team.

"Dann kann man sich gegenseitig helfen", sagte Freund, der als Team-Olympiasieger von 2014 aus eigener Erfahrung spricht: "Das ist da vielleicht gerade ein bisschen verloren gegangen."

Ob es nun an Spannungen in der Mannschaft oder an etwas anderem lag, für die Deutschen wurde der Saisonhöhepunkt trotz guter Vorleistungen zum Flop.

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So zeigte etwa Fahnenträgerin Katharina Schmid (29) auf der Großschanze einen der schwächsten Sprünge des ganzen Feldes, verpasste so den zweiten Durchgang und brach nach dem letzten Olympia-Sprung ihrer Karriere in Tränen aus.

Auch Selina Freitag, als größte deutsche Medaillenhoffnung gestartet, konnte nicht an ihre Vorleistungen anknüpfen und verpasste das Podium teils deutlich.

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