Riesen-Wirbel bei der Tour de France: Plötzlich werden die Superstars aus dem Schlaf gerissen

Champagnole (Frankreich) - Bei der Tour de France fahren Jahr für Jahr die Doping-Vorwürfe mit. Um diese auszuräumen, klopft es bei den Topfahrern selbst mitten in der Nacht für Tests an der Tür - sehr zum Unmut der Sportler.

Tadej Pogačar (27, l.) und Jonas Vingegaard (29) bekamen in der Nacht zu Sonntag beide Besuch.  © Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, also ausgerechnet zwischen zwei Schlüsseletappen in den Bergen, standen die Doping-Kontrolleure um 2 Uhr nachts beim Gesamtzweiten Jonas Vingegaard (29) auf der Matte, wie der Däne bei Eurosport bestätigte.

"Die ITA hat mir nicht viel Schlaf gegönnt", erklärte der zweimalige Tour-Sieger, "es ist natürlich gut, dass sie Tests machen - aber wenn es deine Leistung und Schlaf beeinflusst, ist das nicht so gut."

Er ergänzte: "Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, denn es sollte für alle gleich sein. Es war nicht die schönste Sache um 2 Uhr. Ich fühle mich zwar ganz ok, aber es war nicht die beste Nacht. Ich kann es nicht ändern, es ist einfach Teil des Ganzen."

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Fast noch schlimmer erwischte es den Gesamtführenden Tadej Pogačar (27), der um 5 Uhr morgens von den Kontrolleuren aus dem Schlaf gerissen wurde. Im Gegensatz zu seinem Dauerrivalen konnte er nach dem Test nämlich nicht mehr einschlafen, gerade einmal vier Stunden Schlaf habe er so bekommen.

"Ich schlafe immer erst spät, also war es ein großer Schock für mich", sagte der Slowene, der aber versuchte, die Sache positiv zu sehen: "Ich konnte nicht mehr einschlafen, hatte dafür aber einen entspannten Morgen und habe zu alten Hits von Eminem gechillt. Aber es war natürlich nicht schön, geweckt zu werden, wenn man gerade friedlich träumt."

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Tour de France: Nächtliche Tests ärgern Teams und Fahrer

Remco Evenepoel (26) hätte die Kontrolleure wohl seinen Unmut über die nächtliche Störung spüren lassen.  © Thibault Camus/AP/dpa

Pogačar wird als Träger des Gelben Trikots ohnehin nach jeder Etappe getestet, die nächtliche Probe musste er dann auf Zufallsbasis abgeben.

Seit 2016 ist es im Radsport erlaubt, auch zwischen 23 und 6 Uhr unangekündigte Kontrollen durchzuführen - was längst nicht allen Sportlern bekannt ist. So räumte Vingegaard ein, nicht gewusst zu haben, dass ein Test um 2 Uhr überhaupt möglich ist, und betonte, dass das eigentlich auch zu weit gehe.

Einem Bericht von Le Parisien zufolge waren die Teams der beiden Superstars, UAE und Visma-Lease-A-Bike, alles andere als begeistert von der schlechten nächtlichen Vorbereitung ihrer Kapitäne, auch aus anderen Teams kam Unmut darüber.

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So war Red-Bull-Co-Kapitän und Gesamt-Dritter Remco Evenepoel (26) froh darüber, dass es ihn nicht selbst erwischt hatte und bezeichnete die nächtlichen Tests laut Het Nieuwsblad als skandalös: "Ich würde zu Jonas und Tadej sagen: Weckt die Männer doch auch mal um zwei Uhr nachts, dann spüren sie mal, was sie uns antun. Respektvoll ist das jedenfalls nicht."

Das sah Pogačar lockerer: "Mit tun die Kontrolleure auch leid, ich kann mir vorstellen, dass manche Fahrer sauer und wütend auf sie sind - aber es ist nicht ihre Schuld. Sie machen nur ihren Job, ihre Chefs schicken sie."

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