Berlin - Die olympischen Goldmedaillen von 1984 und 1988 machten Katarina Witt (60) zum Ausnahmetalent. Doch ihr Weg zum internationalen Ruhm war nicht frei von politischen Zwängen.
Sie wurde nicht nur zur gefeierten Sportlerin der DDR, sondern entwickelte sich später auch im Westen und im vereinten Deutschland zu einer der bekanntesten deutschen Persönlichkeiten.
Bereits Mitte der 80er-Jahre lagen Witt Angebote aus den USA vor. Ein Wechsel ins Profilager passte jedoch nicht zum Bild der sozialistischen Vorzeigesportlerin.
Während ihre Karriere trotzdem immer neue Höhen erreichte, geriet ihr Privatleben zunehmend ins Visier der DDR-Staatssicherheit. Die Stasi sammelte nicht nur Informationen über Witts sportliche Karriere, sondern drang auch tief in ihr Privatleben ein. Selbst intime Details aus ihrer Jugend wurden akribisch festgehalten.
Laut BILD finden sich Berichte in den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit, die heute kaum vorstellbar wirken. Darin wurde unter anderem dokumentiert: "Zwischen 6 Uhr und 6.18 Uhr kam es zum Geschlechtsverkehr."
Für die DDR war die Eiskunstläuferin eine besondere Figur: Witt gewann 1984 und 1988 olympisches Gold und wurde zum internationalen Aushängeschild des sozialistischen Staates. Sie galt als "schönstes Gesicht des Sozialismus" und genoss Privilegien, die vielen anderen Bürgern verwehrt blieben.
Doch genau diese Sonderstellung sorgte auch für Neid und Kritik. Während der Staat ihre Karriere förderte, blieb sie gleichzeitig unter ständiger Beobachtung. Jeder Schritt der jungen Ausnahmeathletin wurde kontrolliert – auf dem Eis und abseits davon.
Katarina Witt: Vom Eis ins soziale Engagement
Nach ihrer aktiven Karriere blieb Witt dem Sport und dem sozialen Engagement verbunden. 2019 eröffnete sie in Potsdam ihr Fitnessstudio "Kurvenstar by Katarina Witt".
Mit ihrer bereits 2005 gegründeten Stiftung setzt sie sich zudem für Kinder und Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen ein.
Ihr Privatleben hält die Eiskunstlauf-Ikone dagegen weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Bekannt wurden vor allem ihre Beziehungen zum "MacGyver"-Star Richard Dean Anderson (76) und zum Nena-Schlagzeuger Rolf Brendel (69) in den 1990er-Jahren.