Francesco Friedrich ist happy, denn Sandro Michel schiebt nach Horror-Crash wieder an
Altenberg - Die Bahn ist vereist, die ersten Fahrten im Zweier hat Francesco Friedrich (36) im Kohlgrund absolviert. Jetzt geht's in den Vierer und die Frage muss geklärt werden: Passt die neue Crew des Rekordweltmeisters rein? Doch bevor er dies am Freitagnachmittag testen konnte, hatte der Pirnaer eine gute Nachricht - passenderweise in Altenberg.
"Sandro Michel ist wieder im Bob und hat Michael Vogt im Zweier wieder angeschoben. Das freut uns auch", so Friedrich. Dies ist keine Selbstverständlichkeit.
Anschieber Michel fiel beim Weltcup-Training vor gut zwei Jahren nach einem Sturz im Kohlgrund aus dem Vierer. Der Schweizer wurde schwer verletzt, als der zurückrutschende Schlitten ihn überfuhr: Schulterblattbruch, Muskelrisse im Brustkorb, eine Lungenblutung und die Ärzte an der Dresdner Uni-Klinik kämpften ums Bein.
Danach kochte die Sicherheits-Diskussion hoch und Altenberg stand unbegründet in der Kritik. Fahrfehler können passieren, die Erstversorgung war top.
Aber als Folge soll bald ein Überrollbügel für den Bob sowie ein Sicherheitsgurt für den vierten Mann eingeführt werden.
Francesco Friedrich: "Wir werden schon reinpassen"
Dies sind aber keine Gründe, weshalb die neue Friedrich-Crew eventuell ein Platz-Problem im großen Schlitten hat. Mit Anschieber Simon Wolff und Georg Fleischhauer (38) hat der Olympia-Zweite von 2026 schnelle Leute, aber auch große und muskelbepackte.
"Wir werden schon reinpassen", lacht der 36-Jährige. "Haben uns im Sommer überlegt: Wer, wo sitzen kann." Sollte es nicht passen, meint Friedrich trocken: "Muss die FES uns in Berlin eine Vergrößerung einbauen."
Der Routinier ist spürbar entspannt, auch wenn er sich seit acht Jahren mal wieder den Platz im Weltcup bei der deutschen Selektion erfahren muss. Dass dies dem Weltbesten misslingt, ist undenkbar.
Trotzdem will "Franz" die Quali abwarten, bevor er über seinen möglichen Coup des Winters spekuliert. 89 Weltcup-Siege hat der Sachse, und in der Saison kann er in den sportartübergreifenden Club der 100 aufsteigen.
Titelfoto: Bildmontage: imago/Eibner