WM-Kader, Kimmich-Rolle, Torhüter-Wirbel: Hoeneß rechnet mit Nagelsmann ab

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Von Christian Kunz

München - Viel wird über die WM-Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) diskutiert. Uli Hoeneß (74) erneuert eine Kritik - und sagt, wo er Kapitän Joshua Kimmich (31) nicht "verbrennen" würde.

Uli Hoeneß (74) hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt.
Uli Hoeneß (74) hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt.  © Peter Kneffel/dpa

"Das war nicht in Ordnung, nicht fair", sagte der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München im "Spiegel"-Spitzengespräch zur Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts. Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, dass der Hoffenheimer Oliver Baumann (35) die Nummer eins im DFB-Tor sei.

Nagelsmann plant jetzt, den derzeit verletzten Bayern-Kapitän Manuel Neuer (40) als Stammkeeper bei der am 11. Juni beginnenden WM-Endrunde in Kanada, Mexiko und den USA einzusetzen.

Die Berufung Neuers und die Rückstufung von Baumann als vorheriger Nummer eins im deutschen Tor hatten für reichlich Diskussionen gesorgt. Sportlich verteidigte Hoeneß die Torhüter-Reihenfolge. Schon vor einer Woche hatte er Neuer als den Besten bezeichnet. Dabei hatte er aber auch gesagt, dass ihm der Hoffenheimer Keeper Baumann leidtue.

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Hoeneß wiederholte seine Kritik an Nagelsmann, die vergangenen Länderspiele nicht zum Einspielen genutzt zu haben. "Man hätte eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu formen", sagte der 74-Jährige. Dies sei keine persönliche, sondern "sachlich-fachliche Kritik", befand Hoeneß.

Uli Hoeneß wünscht sich Bayern-Block im Mittelfeld

Joshua Kimmich (31) ist bei der Nationalmannschaft als Rechtsverteidiger gesetzt.
Joshua Kimmich (31) ist bei der Nationalmannschaft als Rechtsverteidiger gesetzt.  © Tom Weller/dpa

Der deutsche Kader sei "gut, aber nicht Weltklasse". Dass DFB-Kapitän Joshua Kimmich in der Nationalelf als Rechtsverteidiger und nicht wie beim FC Bayern München im Mittelfeld aufläuft, ist für Hoeneß nicht nachvollziehbar. 

"Ich würde Joshua, der eine überragende Saison im Mittelfeld des FC Bayern gespielt hat, auf keinen Fall da verbrennen, weil er als rechter Verteidiger dem Spiel nicht so viele Impulse geben und nicht so Führungsspieler sein kann, wie er das beim FC Bayern ist – und die Nationalmannschaft braucht Führungsspieler", sagte Hoeneß.

Seine Wunschbesetzung für die Mittelfeldzentrale ist der "Bayern-Block" mit Kimmich und Aleksandar Pavlović.

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Neuer verpasst das heutige DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart wegen einer Wadenverletzung. Sein Comeback im Nationalteam könnte am kommenden Wochenende beim Länderspiel gegen Finnland erfolgen. Danach steht vor dem Turnier noch ein Test in den USA gegen die Amerikaner an.

Bei der WM trifft die deutsche Nationalmannschaft in der Gruppenphase auf Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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