"Ein Riesenproblem": Womit DSC-Coach Waibl besonders zu kämpfen hat
Dresden - "Für jede Mannschaft auf der Welt wird es schwierig, wenn der Kapitän nicht dabei ist – sowohl auf der emotionalen als auch auf der volleyballerischen Seite", sagte Alex Waibl (58) nach der 0:3-Pleite beim VfB Suhl.
"Patricia war gesundheitlich so angeschlagen, dass sie nicht spielen konnte", so der 58-Jährige zum Ausfall von Patricia Nestler (24). Das Loch, das ohne seine Kapitänin bei den Dresdnerinnen herrscht, wird gerade dadurch so riesig, weil der Verein "von Anfang aus Budget-Gründen das Risiko" mit nur einer einzigen Libera gegangen ist. Sie fehlte an allen Ecken und Enden des Feldes.
Dass die 24-Jährige, die im gesamten Saisonverlauf nicht einziges Mal zuschauen musste, ausgerechnet zur wichtigsten Phase passte, ist einfach bitter. Das wird deutlich, schaut man sich allein ihr Annahme-Volumen in den drei vorherigen Duellen der Finalgegner in dieser Spielzeit an: 147 der insgesamt 274 Aufschläge ins Feld gingen auf Nestler. "Das war ein Riesenproblem, weil wir das nicht kompensiert kriegen", so Waibl.
Aushilfs-Libera Lorena Lorber Fijok (23) habe ihren Job "gut gemacht, fehlte aber an anderer Stelle", wie der Coach erklärte. Für die Slowenin, die in ungewohnter Rolle gewohnt leidenschaftlich jedem Ball nachjagte, rückte Miku Akimoto (19) in den Außenangriff.
DSC-Cheftrainer Waibl erklärt Gründe für Pleite gegen Suhl
"Miku hat es phasenweise im Angriff ganz gut gemacht, Jette Kuipers in der Annahme. Aber beide zusammen waren zu wenig komplett", so Waibl. Da fehlte Fijok. "Wir hatten zu viele Situationen, wo wir in der Abwehr eine Chance haben, dann aber unsauber sind und nicht in den Gegenangriff kommen", machte der Coach einen der Gründe für die glatte Schlappe in Spiel eins der "Best of Five"-Serie aus.
Weshalb er Emilia Schaarschmidt (19), Libera beim VCO und am Mittwoch kurzfristig nach Suhl nachgereist, gar nicht brachte, erklärte der langjährige Coach: "Sie hat nicht bei uns trainiert, keine Video-Analyse mitgemacht. Da wollte ich sie nicht so unvorbereitet reinwerfen."
Die große Frage, die bleibt: Wie laufen die DSC-Schmetterlinge am Samstag im zweiten Duell gegen Suhl in der Margon Arena (19 Uhr) auf, sollte es bei ihrer Kapitänin noch nicht wieder reichen?
Titelfoto: Fotomontage (2): Bastian Frank, Lutz Hentschel