Dresden - Patricia Nestler, Marta Levinska und Lorena Lorber Fijok konnten es kaum fassen. Amanda Siksna, die den Sieg per Block eintütete, hüpfte einfach auf der Stelle. Jette Kuipers feierte mit ausgebreiteten Armen vorm Fanblock, Emma Grome ließ sich einfach erschöpft zu Boden sinken.
Und Coach Alex Waibl, der genoss den Triumph und drehte zum Jubel mit seinen Co-Trainern Lukasz Marciniak und Radoslaw Wodzinski ab, während die Fans "Finale, oho, Finale, ohohoohooo" durch die Margon Arena grölten.
Denn die DSC-Schmetterlinge haben den Riesencoup perfekt gemacht und Hauptrundensieger Stuttgart in zwei Fünf-Satz-Krimis niedergerungen - und greifen jetzt nach dem siebten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Dabei sah es Mittwochabend kurz danach aus, als müssten die Sächsinnen am Samstag noch mal zu Spiel drei in Stuttgart ran. 0:1-Satz-Rückstand, Stuttgart im zweiten Durchgang bereits 7:3 vorn. Dann folgte der große Auftritt von Teresa Ziegenbalg.
Beim DSC lief bis dahin in der Annahme wenig zusammen. Ersatzspielerin Miku Akimoto, die zuletzt über Rückenprobleme klagte, fehlte gänzlich im Kader und saß im Trainingsanzug am Spielfeldrand.
Also warf Waibl das VCO-Eigengewächs rein, das im gesamten Saisonverlauf nur wenig Einsatzzeit sah. "Ich habe mir gedacht: 'Ich habe gar nichts zu verlieren. Ich möchte einfach die Energie aufs Feld bringen und dem Team irgendwie helfen. Einfach alles reinbringen, was ich habe.' Das hat geklappt. Ich bin komplett überwältigt", so Ziegenbalg zu ihrem Auftritt.
Lobeshymnen für Teresa Ziegenbalg
Ihre Hereinnahme änderte die Dynamik des zweiten Aufeinandertreffens. Der Dresdner Annahmeriegel nahm den Gästen deren bis dahin größte Stärke. Acht Stuttgarter Asse gab es bis Mitte des zweiten Satzes, nur sechs weitere folgten. Aber auch im eigenen Aufschlag, mit einem Blockpunkt und vier weiteren im Angriff fügte sich die 19-Jährige mit ihrer Unbekümmertheit ein.
"Die Stimmung in der Halle, die Fans im Rücken, das war wirklich unfassbar. Diesen Rückhalt zu spüren und sich dann auch irgendwie in einen Rausch zu spielen, das war wirklich unfassbar", freute sich die Außenangreiferin.
Lob gab es völlig zu Recht. "Man muss Terry extrem hervorheben", adelte Kapitänin Nestler. "Terry hat eine große Rolle gespielt", sagte Waibl: "Sie hat das super gemacht und darauf bin ich besonders stolz." Von den DSC-Supportern gab es einen eigenen "Terry, Terry, Terry"-Sprechchor. Und der verdiente Lohn: der Einzug ins Finale.
Das sind die Termine fürs Finale gegen Suhl
Maximal fünf Spiele hat diese Saison noch zu bieten. Die Final-Serie zwischen den mitteldeutschen Vertretern aus Dresden und Suhl - dem ersten rein mitteldeutschen Meisterschafts-Finale einer Mannschaftssportart überhaupt - wird im "Best of five"-Modus ausgetragen. Wer zuerst drei Duelle für sich entscheidet, ist neuer Meister.
Weil der Pokalsieger in der Hauptrunde auf dem zweiten Rang und damit vor dem DSC landete, hat er sich in den ungeraden Spielen das Heimrecht gesichert. Das erste Aufeinandertreffen steigt am Mittwoch in der Suhler Wolfsgrube (19 Uhr).
Spiel zwei findet in der Margon Arena am 18. April (19 Uhr) statt. Der siebte Meistertitel der Dresdnerinnen oder aber der Premierenerfolg für die Suhlerinnen könnte bereits vier Tage später (22. April, 19 Uhr) in Thüringen feststehen.
Der vierte Termin in der Margon Arena (25. April, 17.15 Uhr) ist optional. Spätestens am 29. April (Wolfsgrube, 19 Uhr) wird der neue Meister gekürt.