Dresden - So kurzlebig und brutal kann die Sportwelt sein. Am vergangenen Wochenende jubelten die DSC-Girls nach ihrem Ausrufezeichen gegen Suhl. Und nur fünf Tage später sieht die Gefühlswelt der Volleyballerinnen aus Dresden nach dem Fünf-Satz-Aus im Pokal beim VC Wiesbaden ganz anders aus: enttäuschte Gesichter, Trauer über die zweite verspielte Titelchance in dieser Saison.
"Letztlich ist es einfach schade, weil wir, glaube ich, schon alles hatten, um das Spiel zu gewinnen. Aber wir haben es nicht geschafft, den Prozess, den wir mit dem Suhl-Spiel begonnen haben, fortzusetzen", gestand DSC-Coach Alexander Waibl (58) nach der bitteren Niederlage im Pokal.
Dabei lief eigentlich alles nach Plan. Die kurze Schwächephase Ende des ersten Satzes überwanden die Dresdnerinnen und kamen im zweiten Abschnitt zurück. Im Timeout bei 23:23 umriss Waibl den Plan: Sideout und dann einfach einen Punkt draufpacken.
Den Zähler bei gegnerischem Aufschlag holte Maia Dvoracek (27).
Danach das Highlight: Sarah Straube (24) stieg am Netz hoch, blockte und räumte zum umjubelten Satzgewinn ab.
DSC-Girls können Schwung nicht mitnehmen
Eine Situation, die Potenzial zur Vorentscheidung hatte. Das Problem: "Wir haben danach ein bisschen die Spannung verloren, sind ein bisschen defensiv geworden und waren nicht mehr aggressiv", so Waibl.
Was unmittelbar nach der 2:1-Führung dazu kam. "Über Aufschlag- und Angriffsfehler haben wir Wiesbaden dann gleich eine Führung geschenkt", ärgerte sich der Coach. Das Momentum war futsch.
Und anders als die DSC-Girls ritt das Heimteam die Welle mit den eigenen Fans im Rücken bis zum Schluss.
"Es ist schon so, dass man das erst mal verarbeiten muss", räumt Waibl deshalb ein: "Das ist herber als ein verlorener Supercup, weil man aus dem Pokalwettbewerb einfach raus ist und nicht mehr eingreifen kann. Das zu verdauen, das dauert ein paar Tage."
Genau die haben er und vor allem seine Spielerinnen aber auch. Am 14. November müssen sie in der Bundesliga in Münster ran.