Ausgerechnet eine Italienerin! Verband reagiert nach erstem Doping-Fall bei Olympia
Antholz (Italien) - Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele schockte der positive Doping-Test von Rebecca Passler (24) die Biathlon-Welt. Bei der Italienerin war die verbotene Substanz Letrozol gefunden worden - damit ist der Traum von Heim-Olympia für sie definitiv vorbei.
Wie der italienische Skiverband FISI nämlich mitteilte, sei Passler nach ihrem positiven Test aus dem Team ausgeschlossen worden und werde somit nicht an den Winterspielen teilnehmen. Das Profil der Südtirolerin ist bereits von der offiziellen Seite des italienischen Olympischen Sportbunds verschwunden, auf der alle Teilnehmer zu finden sind.
Damit reagierte der Verband auf die Sperre der nationalen Anti-Dopingagentur Nado Italia, die die 24-Jährige vorläufig suspendiert hatte.
Dennoch steht der Skiverband vorerst weiter hinter seiner Sportlerin.
"Der Verband untersucht bereits in diesen Stunden den Vorfall und beabsichtigt, seine Athletin in allen geeigneten Instanzen zu unterstützen", sagte FISI-Präsident Flavio Roda (77).
Es sei "unerlässlich, der Sache auf den Grund zu gehen, um jedes Missverständnis auszuräumen, das die Karriere von Rebecca und das Image des Verbandes schwer beeinträchtigen könnte".
Biathlon: Rebecca Passler verpasst Olympische Winterspiele nach positivem Dopingtest
Dennoch positionierte sich die FISI klar gegen jegliche Form von Doping.
"Der italienische Wintersportverband bekämpft seit jeher mit allen Mitteln die Verwendung verbotener Substanzen im Sport und tut dies, indem er seine Athleten von klein auf dazu erzieht, den Sport unter Einhaltung der Regeln und mit größter Fairness auszuüben", hieß es in der Mitteilung des Verbands.
Passler war am 26. Januar außerhalb eines Wettkampfs positiv auf Letrozol getestet worden, die Bombe platzte dann am Montag, nur sechs Tage vor dem ersten Wettkampf der Biathleten.
Die Substanz selbst wirkt nicht leistungssteigernd, steht aber dennoch als Doping-Mittel auf der Liste, weil damit etwa durch anabole Steroide erhöhte Hormonspiegel maskiert werden können.
Titelfoto: Matthias Schrader/AP/dpa

