Biathlon-Talent zieht mit nur 22 Jahren einen Schlussstrich: "Haben wir schon geahnt"
Frankreich - Bei den Junioren holte Anaëlle Bondoux einen WM-Titel und zwei EM-Goldmedaillen, doch jetzt stellte die französische Nachwuchsbiathletin ihr Gewehr im Alter von gerade einmal 22 Jahren endgültig in den Schrank. Ihr Teamchef kann die Entscheidung allerdings nachvollziehen.
"Sie schlägt sich schon länger mit einigen körperlichen Problemen herum, deshalb haben wir das schon geahnt", erklärte Stéphane Bouthiaux (60), der Leiter des französischen Biathlon-Teams, gegenüber "Nordic Magazine".
Vergangene Woche hatte Bondoux ihr frühzeitiges Karriereende auf Instagram verkündet. "Nach Jahren der Leidenschaft, Hingabe und vor allem Selbstopfer muss ich mich jetzt erholen und ein anderes Leben führen", schrieb sie.
Die in Grenoble geborene Französin startete in der Saison 2023/24 plötzlich ohne große internationale Erfahrung durch, gewann im zweitklassigen IBU-Cup zwei Rennen und landete in der Gesamtwertung am Ende auf dem vierten Platz. Bei der Junioren-EM holte sie zudem Gold in der Verfolgung sowie Bronze im Sprint.
Ein schwerer Trainingssturz im Herbst 2024 sollte für eines der vielversprechendsten Biathlontalente jedoch alles ändern. Sie zog sich eine komplizierte Knieverletzung zu, brach sich auch noch den Daumen und musste lange pausieren.
Zwar ging sie 2025 bei der Junioren-WM sowie -EM an den Start und holte noch einmal jeweils Gold in der Staffel und im Sprint, doch die Nachwirkungen ihrer Verletzung begleiteten sie weiterhin. Die Saison 2025/26 verpasste Bondoux dann praktisch komplett.
Anaëlle Bondoux will nun ihr Studium abschließen
Laut Bouthiaux wollte der französische Stab sie nun behutsamer wieder aufbauen, aber dann traf die Wintersportlerin einen anderen Entschluss.
"Sie hat mit der Zeit realisiert, dass sie sich das nicht mehr unbedingt antun möchte", so der 60-Jährige. "Es ist eine weise Entscheidung von ihr und sie ist glücklich damit, einen Schlussstrich zu ziehen. Da sie diese Entscheidung getroffen hat, ist es auch die richtige."
Jetzt möchte sich die 22-Jährige zunächst auf ihr Studium der Sportwissenschaften konzentrieren. Daneben arbeitet sie aber auch schon an ihrem Trainerschein.
Titelfoto: IMAGO / Harald Deubert
