Pures Biathlon-Drama: Deutsche Youngster nach Staffel-Gold disqualifiziert

Nové Město na Moravě (Tschechien) - Was für ein Drama! Die deutschen Biathlon-Youngster Marlene Fichtner und Leonhard Pfund (beide 22) bescherten dem DSV in der Single-Mixed-Staffel von Nové Město zunächst völlig überraschend den ersten Sieg des Winters - und wurden dann disqualifiziert.

Leonhard Pfund (22) sicherte dem DSV bei seinem erst zweiten Weltcup-Einsatz Gold in der Single-Mixed-Staffel - doch dann wurde das Duo disqualifiziert.
Leonhard Pfund (22) sicherte dem DSV bei seinem erst zweiten Weltcup-Einsatz Gold in der Single-Mixed-Staffel - doch dann wurde das Duo disqualifiziert.  © imago / GEPA pictures

Kurz nachdem die beiden noch am ARD-Mikrofon über ihren Erfolg gestrahlt hatten, folgte die pure Ernüchterung: Beiden wurde der Sieg aberkannt.

Damit gewinnt der vormals Zweitplatzierte Finnland vor Frankreich und Norwegen das Rennen, das DSV-Duo taucht in den Ergebnislisten nicht mehr auf.

Der Grund für die Disqualifikation: Nach einem Schießen hatte sich Fichtners Gewehrriemen in ihrer Skibrille verhakt, dadurch hatte sie den linken Arm nicht durch den Riemen bekommen und die Matte mit der Waffe an nur einem Arm verlassen.

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Das verstößt gegen die Sicherheitsregularien - und resultierte nun in der Disqualifikation.

Dabei hatte das DSV-Duo in Pfunds erst zweitem Weltcup-Rennen überhaupt eine unfassbare Leistung abgeliefert, insgesamt nur vier Nachlader gebraucht und auch in der Loipe überzeugt, sodass Pfund die beiden als Erstes über die Ziellinie bringen konnte.

Biathlon: Marlene Fichtner und Leonhard Pfund feiern ersten DSV-Sieg des Winters, dann folgt Hiobsbotschaft

Leonhard Pfund und Marlene Fichtner (22) feierten im Zielbereich noch ihren Sieg, bevor das Drama seinen Lauf nahm.
Leonhard Pfund und Marlene Fichtner (22) feierten im Zielbereich noch ihren Sieg, bevor das Drama seinen Lauf nahm.  © Petr David Josek/AP/dpa

"Ich kann das noch gar nicht fassen, das ist unglaublich", hatte Fichtner am ARD-Mikrofon noch übers ganze Gesicht gestrahlt: "Dass der Leo da jetzt noch so angesprungen ist am Ende und wir hier jetzt ganz vorne stehen, das ist unbeschreiblich hier vor der Kulisse."

Auch Pfund konnte noch nicht glauben, was er gemeinsam mit Fichtner geschafft hatte.

"Ich habe mich echt gut gefühlt heute", sagte der Junioren-Weltmeister: "Ich habe mich einfach tragen lassen von der ganzen Euphorie. Es war eine Hammerstimmung, da habe ich gar nichts mehr gespürt und bin einfach da hochgeflogen."

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Dass er sich nach seinem zweiten Rennen nun schon Weltcupsieger nennen dürfe, müsse erst einmal einsickern: "Aber da über die Ziellinie laufen und es ist ein Weltcupsieg, das ist schon richtig geil."

Doch dann folgte die dramatische Disqualifikation, kurz bevor sich die beiden auf den Weg zur Siegerehrung machen konnten.

Erstmeldung von 14.03 Uhr, aktualisiert um 14.29 Uhr.

Titelfoto: Petr David Josek/AP/dpa

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