"Entweder, wir fahren Rennsport, oder wir lassen es": Friedrich sauer auf Verband
Altenberg - An der Altenberger Bobbahn war der Teufel los. 3500 Zuschauer kamen am Sonntag, um größtenteils Francesco Friedrich (35) die Daumen beim letzten Vierer-Weltcuprennen vor Olympia zu drücken. Der Pirnaer wollte beim Material wieder etwas probieren, auf Angriff fahren und hatte nach Platz drei beim Sieg von Adam Ammour (24) einen richtig dicken Hals auf den Weltverband ...
Der Ärger des Lokalmatador galt nicht der Platzierung. Er lag 15 Hundertstel hinter dem Gießener, 13 Hundertstel betrug sein Rückstand auf Johannes Lochner (32, Berchtesgaden).
Friedrich meinte nach dem 2. Lauf: "Wir durften wieder nicht alles zeigen, was wir können. Nur weil es früh bei den Damen einen Sturz gab, darf die Bahn nicht gespritzt werden. Du fährst durch Reif, hast keine Erkenntnisse übers Material - oder irgendwas, nur weil die sich hier einkacken. Sinnlos!" Die Entscheidung traf der Weltverband IBSF.
Das Problem des 35-Jährigen, das Eis in der Bahn wurde nicht perfekt und somit schnell hergerichtet. "Entweder, wir fahren Rennsport, oder wir lassen es", so Friedrich. "Wir fahren im ersten Lauf Geschwindigkeiten wie die Frauen im Zweier - das sagt ja wo alles."
Nach dem Trainings-Sturz des Schweizers Michael Vogt (28) 2024 in Altenberg und der schweren Verletzung des Anschiebers Sandro Michel (29) haben die Verantwortlichen versucht, dass Risiko eines Sturzes durch eine nicht ganz so schnelle "Piste" zu senken.
Sturz im ersten Durchgang
Im ersten Durchgang des Vierers gab's trotzdem einen Sturz. Grund: Der Italiener Patrick Baumgartner (31) trat beim Einsteigen sein linkes Lenkseil nach rechts, konnte es nicht mehr greifen - das Steuern des 630 Kilogramm schweren Schlittens unmöglich.
"Die Leute denken immer, hier muss man nicht viel machen, aber ohne zu lenken, kommst die Bahn nicht runter", meinte Friedrich. Im zweiten Lauf kippte der Schweizer Kilian Rohn (30) in Kurve 14 auf die Seite.
"Er hat beim Lenken in der 13 überreagiert. Kann passieren", klärte der Lokalmatador auf. Für ihn beides keine Gründe, die Bahn nicht bestmöglich präparieren zu lassen.
Titelfoto: Fotomontage: Lutz Hentschel
