Friedrich genießt das Verlieren: "Das Imperium hat bis jetzt immer zurückgeschlagen"

Altenberg - Die Konkurrenz feierte, kassierte Schulterklopfer, während Francesco Friedrich (35) cool mit seinen Trainern und Frau Magdalena sowie den zwei Söhnen plauderte. Beim Heimweltcup im Altenberger Kohlgrund fuhr der Pirnaer von seinen zahlreichen Fans auf Platz drei. Der Rückstand auf den Sieger Johannes Lochner (32) betrug 51 Hundertstel. Mit Blick auf die Rennen in Cortina im Februar ein Grund zur Sorge?

Francesco Friedrich (35, r) und Alexander Schüller (28) konnten beim Heim-Weltcup in Altenberg keinen Sieg im Zweierbob ergattern.
Francesco Friedrich (35, r) und Alexander Schüller (28) konnten beim Heim-Weltcup in Altenberg keinen Sieg im Zweierbob ergattern.  © Robert Michael/dpa

"Bei Olympia schlagen wir zurück. Das Imperium hat bis jetzt immer zurückgeschlagen", war Friedrichs Antwort. Versucht der 35-Jährige seinen großen Rückstand auf den Kontrahenten aus Berchtesgaden kleinzureden? Nein!

Auch wenn ihn viele scheitern sehen wollen und Lochner die Daumen drücken, "Franz" weiß genau, was er tut: "Wir werden die richtigen Schlüsse ziehen, sind professionell genug." Er hat seinen Plan genau im Kopf. Und übrigens zuletzt einen Zweier-Weltcup in Altenberg am 18. Dezember 2021 gewonnen.

Wieso glaubt der Rekordweltmeister, dass er in Cortina sein drittes Zweier-Gold in Folge einfährt? In diesem Winter konnte er nur einen von seinen insgesamt 52 Weltcup-Siegen (!) feiern.

Macht Friedrich Lochner zum Abschied noch mal Geschenke?
Bobsport Macht Friedrich Lochner zum Abschied noch mal Geschenke?

Lochner dominierte scheinbar wie am Samstag auf der Heimbahn von Friedrich den kleinen Schlitten. Doch der Altmeister testet, testet und testet sein Material. Auch beim Weltcup-Finale hatte sich "wieder etwas ergeben. Wir haben das Ziel fest im Auge". Und dieses sind die vier Rennen in Italien - zwei am 16. und zwei am 17. Februar - siegreich abzuschließen.

Die Sachsen im zweiten Durchgang mit Bestzeit

Im zweiten Durchgang konnten die beiden jedoch eine Bestzeit einfahren.
Im zweiten Durchgang konnten die beiden jedoch eine Bestzeit einfahren.  © Robert Michael/dpa

Und ein zweiter Fakt spricht für Friedrich: der Start. Lochner meinte vorm Wochenende, dass dieser in Cortina entscheiden wird.

Blickt man auf das Rennen in Altenberg, konnten die Sachsen im zweiten Durchgang wieder die Bestzeit ins Eis brennen. Bahnsprecher Marc Huster taufte Anschieber Alexander Schüller in Alexander Müller um.

"Franz" nahm's locker: "Er hat das gar nicht so schlecht gemacht, mit Startbestzeit im zweiten Lauf für sein erstes Rennen. So können wir weitermachen. In Cortina haben wir dann fünf Hundertstel Vorsprung."

Titelfoto: Fotomontage: Robert Michael/dpa

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