Neuer Eislöwen-Coach im Interview: Corey Neilson sieht großes Potenzial!

Dresden - Tim Kehler (51), Niklas Sundblad (50) waren zu teuer. Und wie Matthias Roos (43) am Dienstag bestätigte, hatte er Corey Neilson (46) anfangs nicht als neuen Coach auf dem Zettel. Und trotzdem sei der 46-Jährige für den Sportlichen Leiter der Dresdner Eislöwen "jetzt der perfekte Trainer", um mit der Mannschaft den nächsten Schritt zu gehen. Im TAG24-Interview verrät der neue Löwen-Dompteur, wie er tickt und was er in den vergangenen Jahren seit seiner Zeit in Weißwasser gelernt hat.

Der Sportliche Leiter Matthias Roos (43, r.) hält große Stücke auf Corey Neilson (46), weil dieser junge Spieler weiterentwickeln könnte.
Der Sportliche Leiter Matthias Roos (43, r.) hält große Stücke auf Corey Neilson (46), weil dieser junge Spieler weiterentwickeln könnte.  © Lutz Hentschel

TAG24: Sie sind als Co-Trainer gerade mit Großbritannien in die A-Gruppe für die WM 2024 aufgestiegen, jetzt ein Neuanfang in Dresden. Freuen Sie sich darauf?

Neilson: "Ja. Es ist eine sehr, sehr schöne Aufgabe und ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht."

TAG24: Wie würden Sie Ihre Art zu coachen beschreiben?

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Neilson: "Ich bin ein Lehrer. Ich will allen Spielern etwas beibringen. Das passiert mit viel Einzel-Video-Studium, es braucht viele Gespräche, um nicht nur die Fähigkeiten am Schläger und Puck zu verbessern, sondern - dass die Jungs auch verstehen, warum."

TAG24: Die Eislöwen standen zuletzt zweimal im Viertelfinale, aber danach war Schluss. Wie sehen Sie das Team?

Neilson: "Es hat gute Anlagen, ich sehe großes Potenzial. Ich kann aber auch noch etwas mit einbringen: Zum Beispiel nicht nur hohes Tempo zu gehen, sondern auch dieses zu variieren. Oder bei den Fragen: Wie spielt man die Bullys, ein anderes Powerplay? Man darf sich nicht nur auf ein System versteifen."

Corey Neilson will den Dresdner Eislöwen mit seiner Erfahrung helfen

Er gilt als harter Hund und Eishockey-Nerd. Bei seiner Vorstellung als neuer Eislöwen-Coach hat Corey Neilson (46) aber betont, etwas geduldiger geworden zu sein.
Er gilt als harter Hund und Eishockey-Nerd. Bei seiner Vorstellung als neuer Eislöwen-Coach hat Corey Neilson (46) aber betont, etwas geduldiger geworden zu sein.  © Lutz Hentschel

TAG24: Das verlangt Geduld. Wie geduldig sind Sie?

Neilson: "Ich arbeite daran, geduldiger zu sein, als ich es früher war. Nach den Stationen in Weißwasser und Kassel bin ich in die Selbstreflexion gegangen. Habe Videos geschaut, um zu analysieren: Woran ist es gescheitert? Was kann ich besser machen? Ich habe vor Nottingham für drei Monate in den USA ein Junior-Team trainiert. Das war eine gute Erfahrung."

TAG24: Warum?

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Neilson: "Der Nachwuchs hat sich verändert. Wenn man ihm was erklärt, wie es gemacht wird, wollen die jungen Spieler wissen: Warum? Ich musste sie viel mehr mit abholen. Das gefällt mir und hat viel Spaß gemacht. Geduld ist wichtig. Es braucht aber die Balance. Und es gehört dazu, dass es auch mal lauter wird und streng ist. Loben gehört genauso dazu - das habe ich gelernt."

TAG24: Zuletzt waren Sie eher ein Wandervogel - nach Weißwasser trainierten Sie in Norwegen, der Slowakei, in Kassel und eben zuletzt in Nottingham. Was haben Sie daraus gelernt?

Neilson: "Manches war in der Zeit gut, anderes nicht. Ich habe viel gelernt. In Norwegen hatte der Verein kein Geld, weil der Hauptsponsor abgesprungen ist. Die Spieler haben gearbeitet. In der Slowakei hat man mir gesagt, ich wäre zu soft für die Mannschaft. Ich will mit den Erfahrungen jetzt helfen."

TAG24: Sie gelten als Eishockey-Nerd. Schalten Sie auch mal ab und wenn, wie?

Neilson: "Ich liebe Golf. Im Sommer spiele ich mit meinen Söhnen und genieße die Zeit mit meiner Familie. Jetzt geht's mit meiner Frau Joanne für den Urlaub nach Portugal."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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