Dresden - "Was am Freitagabend im DEL-Duell der Dresdner Eislöwen bei den Nürnberg Ice Tigers passierte, war ein Skandal", hieß es am 21. Dezember. Gab's ausgerechnet im Heimspiel gegen die Ice Tigers am Freitag wieder einen Skandal? Die Fans waren beim 3:4 (0:1, 1:0, 2:3) jedenfalls im Löwenkäfig auf der Palme ...
Kurzer Rückblick: Vor gut zwei Monaten hatten die Schiris nach 126 Sekunden ein Tor gegeben, obwohl nicht zu sehen war, ob die Scheibe die Torlinie des Dresdner Gehäuses überquert hatte. Trotz unklarem Videobeweis wurde der Treffer für Nürnberg gegeben.
Diesen Freitag lief's noch verrückter. Die Gastgeber hatten in der 27. Minute Überzahl. Drew LeBlanc zimmerte die Scheibe ins Gehäuse von Tigers-Goalie Evan Fitzpatrick. Die Schiris gaben den Treffer, die Spieler nahmen Aufstellung am Mittelkreis zum Bully.
Auf Anweisung von Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf rannte sein Torwarttrainer Varian Kirst von der Tribüne runter zur Bank der Tigers. Forderte den Videobeweis ein.
Hauptschiri David Cespiva bekam dies mit, statt den Puck einzuwerfen, ging's plötzlich zur Sichtung der Szene. Danach sagte Cespiva: "Nach Sichtung des Videobeweises ist es kein Tor - Torwartbehinderung."
Am Ende konnte Ustorf die Torszene bemängeln. Aber darf er von der Tribüne die Schiris über seinen Trainer steuern? Nein! Der Trainer kann den Videobeweis in der DEL nicht einfordern. Die Fans skandierten: "Schieber, Schieber."
Cole Maier dreht das Spiel für die Nürnberg Ice Tigers
In der 32. Minute jubelten sie wieder. Diesmal zählte der Überzahl-Treffer von Dane Fox und die Anhänger skandierten: "Videobeweis, Videobeweis."
Als in der 48. erneut ein Franke in der Kühlbox schmorte, stand Fox am Bullykreis goldrichtig - 2:1! Die Halle stand kopf. "Steht auf, wenn ihr Dresdner seid", schallte es durch die mit 4576 Zuschauern ausverkaufte Arena. Und kaum hatten sich die Fans gesetzt, da legte David Suvanto (50.) nach. Sollte die Gerechtigkeit siegen?
Es wurde spannend, denn die Stunde von Cole Maier schlug. Erst verkürzte er (53.) und als noch fünf Minuten auf der Uhr waren, hatten die Gäste Überzahl.
Maier (56.) hatte Platz vor Janick Schwendener im Dresdner Kasten - 3:3. Schließlich sorgte der Nürnberger noch fürs 3:4 aus Eislöwen-Sicht - 30 Sekunden vorm Ende.