Schweizer Ski-Ass wird nach Sieg emotional: "Fahre auch für die Familien der Opfer"

Kranjska Gora (Slowenien) - Emotionaler Triumph für Camille Rast (26)! Die Schweizerin hat sich im ersten Weltcup-Rennen im neuen Jahr den Sieg im Riesenslalom geholt und ihn anschließend den Familien der Todesopfer von Crans-Montana gewidmet.

Camille Rast (26) zeigte nach dem Sieg auf ihren schwarzen Trauerflor.  © Marco Trovati/AP/dpa

Bewegt deutete die 26-Jährige nach ihrem Erfolg vor der Österreicherin Julia Scheib (27) und Paula Moltzan (31) aus den USA auf den schwarzen Trauerflor, den am Samstag alle Skirennläuferinnen im slowenischen Kranjska Gora trugen.

"Es ist die Woche der Tragödie in meiner Heimat", sagte sie kurz darauf im offiziellen Interview mit dem Weltverband FIS. Gemeint war das verheerende Feuer während einer Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen und 115 weitere verletzt wurden.

Die Slalom-Weltmeisterin stammt aus Vétros im Kanton Wallis, wuchs damit nur rund 40 Kilometer von dem Ort entfernt auf, an dem sich die schreckliche Tragödie ereignete.

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"Ich fahre auch für die Familien der Opfer", erklärte Rast. "Es war nicht einfach, der Sport bringt so viele Emotionen. Ich hoffe, dass ich den betroffenen Familien an diesem Tag ein kleines Lächeln schenken konnte", fügte sie später im Interview mit dem Schweizer Sender SRF an.

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Weltcup-Wochenende hat für Camille Rast besondere Bedeutung

Am Samstag konnte sich die Schweizerin Camille Rast über ihren ersten Weltcupsieg im Riesenslalom freuen.  © Marco Trovati/AP/dpa

Bereits vor dem Weltcup in Slowenien hatte die Schweizerin ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht: "Ich denke an alle Betroffenen und Helfer. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es zu Hause ist. Ich werde in den Rennen mein Bestes geben", stellte sie klar.

Wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen unterstrich Rast erneut, dass sie sich aktuell in der Form ihres Lebens befindet. Sie ging mit der Startnummer eins in den Wettkampf, führte auch zur Halbzeit und fuhr den Triumph im zweiten Lauf problemlos ins Ziel.

Aus deutscher Sicht gab es in Kranjska Gora wenig zu holen. Nur Lena Dürr (34) schaffte es in den zweiten Durchgang und landete am Ende auf dem 18. Platz.

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