Horror-Sturz im Skispringen hat schlimmere Folgen als gedacht

Vikersund (Norwegen) - Der Horror-Sturz des Italieners Andrea Campregher (24), der sich vergangene Woche bei einem Testsprung vom "Monsterbakken" im norwegischen Vikersund in der Luft überschlagen hatte und ungebremst auf den Hang gekracht war, hat dramatischere Folgen als zunächst gedacht: Seine Wirbelsäule wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Andrea Campregher (24) ist bei seinem Sturz in Vikersund schwer an der Wirbelsäule verletzt worden.
Andrea Campregher (24) ist bei seinem Sturz in Vikersund schwer an der Wirbelsäule verletzt worden.  © Czarek Sokolowski/AP/dpa

"Ich habe einen gebrochenen Wirbel und beschädigte Wirbelabschnitte oberhalb und unterhalb davon. Bei der Operation am Samstag wurden mir zwei Platten eingesetzt und diese mit sechs Schrauben fixiert", erzählte der 24-Jährige bei skijumping.pl.

Zunächst hatte das Portal vermeldet, Campregher hätte im Gespräch mit skijumping.pl lediglich von einem Rippenbruch berichtet, den er bei dem dramatischen Sturz davongetragen habe. Nun folgte die Korrektur, die falsch verkündete Diagnose sei auf ein sprachliches Missverständnis zurückzuführen, schrieb das Skisprung-Portal.

Trotz der schlimmen Wirbelsäulen-Verletzung gehe es ihm aber gut, sagte der Italiener: "Ich fühle mich gut, ich kann sogar schon wieder gehen. Sechs bis acht Monate lang darf ich meine Wirbelsäule nicht belasten, bis die Ärzte das alles entfernt haben."

Die Sprünge von Andrea Campregher im Video

Skispringen: So kam es zu dem furchtbaren Sturz von Andrea Campregher

Nach der vergangenen Saison hatte Campregher seine Karriere beendet, weil er sich nicht mehr finanzieren konnte, aktuell arbeitet er als Anzug-Tester für China.
Nach der vergangenen Saison hatte Campregher seine Karriere beendet, weil er sich nicht mehr finanzieren konnte, aktuell arbeitet er als Anzug-Tester für China.  © KERSTIN JOENSSON / AFP

Obwohl er seine aktive Karriere bereits 2025 beendet hatte, ging Campregher in Vikersund als Anzug-Tester für das chinesische Team vom Balken.

Schon bei seinem ersten Sprung war der Ex-Athlet stark ins Trudeln geraten, beim zweiten konnte er sich dann nicht mehr retten. Eine Erklärung, wieso es ausgerechnet ihn so hart traf, hatte der 24-Jährige aber schnell parat.

Er sei davon überrascht worden, dass auch er als Testspringer eine Anzugkontrolle bestehen müsse, und habe daraufhin seinen Anzug modifiziert, sagte Campregher: "Ich habe ein elastisches Band im Anzug verwendet, um sicherzugehen, dass ich die Schrittkontrolle im Anzug bestehe."

Nach Alkohol-Eklat bei Olympia: Skisprung-Trainer wird an seinem Geburtstag geschasst
Skispringen Nach Alkohol-Eklat bei Olympia: Skisprung-Trainer wird an seinem Geburtstag geschasst

Nach dem ersten Sprung habe der Anzug dann aber an Spannung verloren: "Das Band erwies sich als zu weich und zu lang. Ich hätte zurücktreten sollen, aber ich entschied mich, es noch einmal zu versuchen."

Doch auch ohne die Anzug-Modifikation wäre es womöglich gefährlich geworden: In Vikersund herrschten das ganze Wochenende über schwierige Windbedingungen.

So musste am Sonntag der Skiflug-Wettbewerb der Frauen nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden, der der Männer wurde sogar komplett abgesagt.

Titelfoto: Bildmontage: Czarek Sokolowski/AP/dpa, Screenshot/X/skijumping.pl

Mehr zum Thema Skispringen: