Aus der Traum für Skisprung-Legende! Verband verwehrt ihm Olympia-Rekord

Bern (Schweiz) - Herbe Enttäuschung für Simon Ammann (44)! Der Olympia-Traum der Skisprung-Legende ist geplatzt, der Schweizer wurde nicht für die Spiele in Mailand und Cortina nominiert. Damit endet nicht nur eine Ära, der 44-Jährige verpasst zudem einen Rekord.

Simon Ammann (44) verabschiedet sich vom Traum, seine achten Olympischen Spiele zu erleben.  © Daniel Karmann/dpa

Am Montag lief die Nominierungsfrist für die Schweizer Wintersportler ab, und Ammann musste bis zum Schluss zittern.

Die Eidgenossen haben durch die Erweiterung des Frauenfeldes auf Kosten der Männerstartplätze und der Reduzierung des Team-Wettkampfs von vier auf zwei Springer nur noch drei Quotenplätze bei den Olympischen Spielen zur Verfügung, und mit Gregor Deschwanden (34) und Sandro Hauswirth (25) standen zwei Teilnehmer bereits vorzeitig fest.

Der letzte freie Platz entschied sich im Generationenduell zwischen dem 44-Jährigen und Felix Trunz (19) - mit dem besseren Ende für den Youngster, der wie Hauswirth damit seine Olympia-Premiere feiern wird.

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Für Ammann hingegen wäre es die achte Olympia-Teilnahme gewesen, eine schier unfassbare Marke, durch die er mit den Rekordhaltern Claudia Pechstein (53, Eisschnelllauf) und "Flugsaurier" Noriaki Kasai (53) gleichgezogen hätte.

Zum ersten Mal sprang der Gesamtweltcupsieger von 2010 schon 1998 in Nagano im Zeichen der Ringe, weder Hauswirth noch Trunz waren zu dem Zeitpunkt überhaupt schon auf der Welt.

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Bei der Skiflug-WM konnte Simon Ammann (im Bild) sich nicht entscheidend von Konkurrent Felix Trunz absetzen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Er kannte die Kriterien und hatte seine Chance. Aus sportlicher Sicht gilt es, diesen Entscheid zu akzeptieren", kommentierte der Schweizer Chef de Mission Ralph Stöckli die Nicht-Berücksichtigung seines Routiniers.

Dabei hatten Ammann und Trunz die Kriterien von Swiss-Ski beide erfüllt, der 44-Jährige liegt im Gesamtweltcup sogar leicht vor dem Nachwuchs-Athleten. Auch bei der Skiflug-WM am vergangenen Wochenende war er der geringfügig bessere der beiden Springer, dennoch fiel die Entscheidung des Verbands zugunsten der Jugend aus.

Ammann meldete sich selbst nach dem Verpassen des großen Saisonhöhepunkts noch nicht öffentlich zu Wort, schon im Dezember hatte der Toggenburger allerdings betont, dass es ihm "nicht um die Nummer 8" gehe.

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Aus sportlicher Sicht verständlich, schließlich würde es für ihn als doppelter Doppel-Olympiasieger (2002 und 2010 gewann er jeweils Gold von der Normal- und der Großschanze) aktuell nur um den Einzug in den zweiten Durchgang gehen.

Den Eintrag in die Geschichtsbücher verfehlt Ammann damit dennoch endgültig, denn dass er 2030 in Frankreich als dann 48-Jähriger noch aktiv ist und eine weitere Chance erhält, scheint undenkbar.

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