Hund beißt Neunjährigen in Stuttgart: Tierschützer stellen wichtige Forderung

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Stuttgart - Ein Beißvorfall auf einem Stuttgarter Schulhof heizt derzeit die Debatte um die Hundehaltung in Baden-Württemberg neu an. Nachdem ein freilaufender Hund einen neunjährigen Jungen verletzt hat, fordert die Tierschutzorganisation PETA nun Konsequenzen für alle Hundehalter im Südwesten.

Der nicht angeleinte Hund rannte auf den Schulhof. (Symbolfoto)
Der nicht angeleinte Hund rannte auf den Schulhof. (Symbolfoto)  © Soeren Stache/dpa

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am Montagvormittag. Gegen 9.45 Uhr spielte ein neunjähriger Schüler auf dem Hof einer Schule an der Aalstraße Basketball. Dann tauchte ein herrenloser Hund auf und biss das Kind in die Hand. Der Junge erlitt leichte Verletzungen.

Die anwesenden Lehrkräfte brachten alle Schülerinnen und Schüler zur Sicherheit ins Gebäude. Kurz darauf erschien die mutmaßliche Besitzerin des Tieres auf dem Schulhof.

Die 24-Jährige, die mit dem Fahrrad unterwegs war, leinte den Hund an und hinterließ ihre Personalien. Die Eltern des verletzten Kindes haben inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet.

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Die Tierschutzorganisation PETA nimmt diesen Vorfall nun zum Anlass, um von der baden-württembergischen Landesregierung die Einführung eines verpflichtenden Hundeführerscheins zu fordern.

Ein solcher Nachweis, der aus einem Theorie- und einem Praxiskurs besteht, könne demnach schwere Unfälle verhindern und eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Mensch sicherstellen.

PETA: "Nicht die Hunde sind das Problem"

In Bremen ist der Hundeführerschein seit Juli dieses Jahres Pflicht. (Symbolfoto)
In Bremen ist der Hundeführerschein seit Juli dieses Jahres Pflicht. (Symbolfoto)  © Focke Strangmann/dpa

"Solche Situationen entstehen, weil grundlegendes Wissen über Hundeverhalten, Körpersprache und Verantwortung fehlt. Nicht die Hunde sind das Problem, sondern die Unwissenheit der Menschen", kritisierte Björn Thun, Fachreferent für Tierische Mitbewohner bei PETA. Ein Hundeführerschein sei längst überfällig.

PETA verweist in ihrer Mitteilung auch auf eine repräsentative Umfrage aus dem August 2023, nach der sich 68 Prozent der Erwachsenen in Deutschland für einen solchen verpflichtenden Nachweis aussprechen.

Einige Bundesländer setzen dies bereits um. In Niedersachsen ist ein Sachkundenachweis für Hundehalter schon seit Juli 2013 Pflicht, in Bremen trat eine entsprechende Regelung nun zum 1. Juli 2026 in Kraft.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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