4,6 Millionen Euro für Rückbau in Stuttgart: Aus für Wilhelmsbrücke ist besiegelt
Stuttgart - Das Schicksal der historischen Wilhelmsbrücke in Stuttgart ist endgültig besiegelt. Der Gemeinderat hat am Donnerstag einstimmig den Rückbau des maroden Bauwerks beschlossen. Bis die Bagger anrollen, wird es allerdings noch etwas dauern.
Die 1949 errichtete Stahlbrücke, die die Cannstatter Altstadt mit der Neckarvorstadt verbindet, weist erhebliche und fortschreitende Korrosionsschäden an den tragenden Bauteilen auf. Da eine Sanierung nach Einschätzung von Fachleuten technisch nicht sinnvoll und wirtschaftlich unvertretbar ist, bleibt nur der Abriss.
Bereits seit Ende 2025 ist die Brücke für den öffentlichen Verkehr komplett gesperrt. "Derzeit verbleibt sie ausschließlich zur Führung bestehender Versorgungsleitungen im Bestand", teilte die Stadt mit.
Fußgänger und Radfahrer können seit Dezember 2025 auf eine Behelfsbrücke ausweichen.
Ursprünglich sollte der Rückbau bereits im Sommer 2026 starten. Neuer Starttermin für die Demontage der Stahlkonstruktion ist nun der April 2027.
Abriss und Neubau kosten über 20 Millionen Euro
Die Kosten für den Abriss belaufen sich auf rund 4,6 Millionen Euro. Darin sind auch finanzielle Puffer für unvorhersehbare Entwicklungen, wie etwa wetterbedingte Verzögerungen durch Hochwasser, einkalkuliert.
Langfristig soll die alte Konstruktion durch einen modernen Neubau ersetzt werden.
Die Stadt hat dafür bereits im Dezember 2024 einen europaweiten Realisierungswettbewerb gestartet. Insgesamt sind für den Abriss und den Neubau rund 20,9 Millionen Euro im städtischen Haushalt eingeplant.
"Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund 23,8 Millionen Euro geschätzt", so die Stadt.
Titelfoto: Arbeitsgemeinschaft Mayr, Ludescher und Partner & DKFS/Stadt Stuttgart

