Lamborghini oder Harley-Davidson? Bei dieser Auktion kann Luxus zum "schmalen Taler" ersteigert werden
Von David Nau
Stuttgart - Teure Sportwagen, schnelle Motorräder und Luxusuhren: Was am heutigen Samstag im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum einen neuen Besitzer sucht, sieht aus wie der Traum eines gut betuchten Sammlers. Der Haken: Die Objekte im Wert von vielen Millionen Euro stammen aus Strafverfahren – eingezogen oder gepfändet von der Justiz, teils gehörten sie bereits verurteilten Straftätern. Wer sie nun haben will, darf mitbieten. Ein paar Regeln gibt es allerdings.
22 Gegenstände werden versteigert: 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren. Für Einsteiger reicht unter Umständen eine Tag-Heuer-Uhr: Sie ist laut Auktionshaus Eppli bis zu 800 Euro wert, das Startgebot liegt bei 400 Euro.
Die eigentlichen Stars sind aber drei Lamborghinis. Für 90.000 Euro Startpreis gibt es einen 620 PS starken Rennwagen – allerdings ohne Straßenzulassung. Noch exklusiver: ein grün schimmernder Aventador mit 780 PS, mindestens 380.000 Euro Aufrufpreis, gerade einmal 98 Kilometern auf dem Tacho und einem geschätzten Wert von 790.000 Euro. Gebaut wurde er nur 250 Mal.
Nicht jeder muss aber gleich einen Lamborghini mit nach Hause nehmen. Ein Audi A4 startet bei 1500 Euro, ein VW Polo bei 2000 Euro, ein BMW X1 bei 3000 Euro. Auch eine Harley-Davidson ist dabei, geschätzt auf 2600 bis 5800 Euro.
Die Fahrzeuge und Uhren wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet. Dabei ging es laut Justiz unter anderem um Geldwäsche, Steuerbetrug und Drogenhandel. Wem die Objekte vorher gehörten, wird nur bei abgeschlossenen Verfahren genannt.
Auktion ist für jeden offen, der Lust hat, mitzubieten
Ein Porsche stammte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart etwa von einem wegen Drogenhandels verurteilten Mann, ein anderer von verurteilten Betrügern. Der Erlös fließt an die Staatskasse - oder an mögliche Opfer der Taten.
Die Auktion ist öffentlich, mitmachen darf grundsätzlich jeder, der sich bis Freitag beim Auktionshaus Eppli registriert hat. Geboten werden kann vor Ort im Mercedes-Museum, per Telefon oder online. Auch vorab sind schriftliche Gebote möglich.
Die Autos, Uhren und Motorräder sind ab 10 Uhr im Mercedes-Benz-Museum zu besichtigen. Probefahrten gibt es nicht. Um 14 Uhr beginnt die Versteigerung.
Mit dem Zuschlag wird der gesamte Kaufpreis sofort fällig und muss bezahlt werden, bevor der ersteigerte Gegenstand ausgehändigt wird. Wer sofort zahlt, darf sein Schnäppchen – oder seinen Aventador – gleich mitnehmen. Sonst wird es eng: Autos und Motorräder müssen bis zum Abend des Folgetags abgeholt werden.
Danach kosten Lagerung und Verwahrung extra: 300 Euro einmalig, plus 50 Euro für jeden weiteren Tag, an dem das Fahrzeug in der Firma steht.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa

