Stuttgart - Extreme Hitze kann für obdachlose Menschen schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb sind derzeit die ehrenamtlichen Rotkreuz-Teams des Hitzebusses in Stuttgart unterwegs.
Sobald das Thermometer die 30-Grad-Marke überschreitet, fahren die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des DRK mit dem entsprechend gekennzeichneten Fahrzeug von 13 bis 17 Uhr durch das Stadtgebiet. Dabei verteilen sie überlebenswichtige Güter wie Trinkwasser, Sonnencreme und schützende Kopfbedeckungen.
Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Sommer 2025. Wie die Stadt mitteilte, gaben die Helfer bei 19 Einsätzen insgesamt 2299 Flaschen Wasser und 56 Mal Sonnencreme an Bedürftige aus.
Neben der materiellen Versorgung leisten die Einsatzteams auch einen sozialen Beitrag. Sie suchen das direkte Gespräch mit den Menschen auf der Straße, informieren über bestehende Hilfsangebote sowie schattige Aufenthaltsmöglichkeiten, weisen auf öffentliche Trinkwasserbrunnen hin und leisten im Ernstfall Erste Hilfe.
Das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt des DRK-Kreisverbands Stuttgart und der Stadt wurde im Jahr 2022 ins Leben gerufen. Das Angebot für Menschen ohne schützenden Rückzugsort stellt eine essenzielle Überlebenshilfe dar.
Hitzebus kann verständigt werden
Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Integration, betonte die Bedeutung des Projekts: "Der Hitzebus hilft dort, wo Hilfe besonders dringend gebraucht wird – direkt auf der Straße. Für Menschen ohne geschützten Rückzugsort können heiße Sommertage zur großen Belastung oder sogar zur Gefahr werden."
Die Teams sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Bürgerinnen und Bürger können den Hitzebus unterstützen, indem sie unter der Hitzebus-Hotline 0711 21954-776 auf hilfsbedürftige Personen im Stadtgebiet aufmerksam machen.
Diese telefonischen Hinweise fließen direkt in die tägliche Einsatzplanung und die Routengestaltung der Ehrenamtlichen ein. In akut lebensbedrohlichen Situationen soll jedoch stets der reguläre Notruf 112 gewählt werden.