Özdemir fordert klare Bahn-Aussagen zu Stuttgart 21: "Muss mal ein Ende haben"
Von Martin Oversohl & Nico Pointner
Stuttgart - Nach Berichten über weitere Verzögerungen beim Projekt Stuttgart 21 muss die Bahn aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (60, Grüne) alle Karten auf den Tisch legen.
"Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. "Aber es muss ja auch mal ein Ende haben." Er verlange von der Bahn belastbare Zahlen und Antworten auf die Fragen, wann die einzelnen Etappen und wann das gesamte Projekt Stuttgart 21 fertig sei.
Medienberichten zufolge wird das Bahnprojekt später in Betrieb gehen als zuletzt angenommen.
Wie zuerst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf das Umfeld der mit dem Projekt vertrauten Personen berichtete, müsse die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031 verschoben werden.
Der SWR berichtete unter Berufung auf Kreise der Projektpartner davon, dass Stuttgart 21 im Dezember 2031 vollständig in Betrieb genommen werden soll. Ein Bahnsprecher teilte mit, dass man sich zu derartigen Spekulationen nicht äußere.
Sollten sich die Berichte bewahrheiten, seien das "desaströse Nachrichten" für Baden-Württemberg und vor allem für die Bahnfahrenden, sagte Özdemir. "Daher will ich von der Bahn ein klares Bekenntnis, dass sie stets zu dem Projekt steht, und zwar ohne Abstriche." Dazu gehöre vor allem die Digitalisierung.
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Christoph Gollnow/dpa, Christoph Schmidt/dpa
