Ärzte sagen junger Frau, sie habe Angststörung: Dann erhält sie die wahre Diagnose
London (Großbritannien) - "Sie haben Krebs": Dieser Satz lässt wohl niemanden kalt. Doch als Teenagerin hat sich Izzy Fairclough (20) aus London diese Diagnose hart erkämpfen müssen - denn die Ärzte nahmen ihre Symptome nicht ernst.
Die junge Britin war gerade einmal 15 Jahre alt, als sie im Sommer 2021 das erste Mal einen Krampfanfall erlitt und zu Hause zusammengebrochen war.
Für sie besonders beängstigend: "Ich hatte keine Ahnung, was los war. Ich war so verwirrt, dass ich nicht einmal wusste, wie ich heiße", erzählte sie gegenüber Newsweek.
Es wurde zwar ein MRT (Magnetresonanztomografie) gemacht, das blieb jedoch ergebnislos. Für die Ärzte also ein klassischer Fall von "Stress, Hormonen und Angstzuständen" - obwohl die Teenagerin versicherte, nicht unter Stress zu leiden.
So wuchs in Izzys Hirn bereits ein seltener Tumor - ein sogenanntes Gangliogliom - heran.
Nachdem sie sechs Monate lang von weiteren Anfällen verschont geblieben war, erlitt sie Weihnachten 2021 einen weiteren, gefolgt von wöchentlichen Episoden. Doch auch hier blieb ein zweiter Gehirn-Scan unauffällig.
Epileptische Anfälle suchen die Britin auch heute noch heim
"Wenn du wöchentlich Krampfanfälle hast, geht dir das an die Nieren. Ich konnte nicht mal zur Schule", erinnert sich die Studentin. Selbst mit 16 hätte sie noch einen Babysitter gebraucht, wenn ihre Eltern ausgegangen sind.
Erst, als Faircloughs Familie nicht lockerließ und verlangte, dass die zwei MRT-Scans erneut geprüft werden, wurde im März 2022 der Hirntumor in den alten Aufnahmen entdeckt.
Für Izzy der Moment der Erlösung: "Es war beängstigend, aber auch eine Erleichterung, eine Diagnose zu bekommen."
Nach einer erfolgreichen Operation im Juli 2022 war die nun 20-Jährige krebsfrei. Die Erkrankung ist trotzdem nicht spurlos an ihr vorbeigegangen: Noch heute hat die Sportpsychologie-Studentin regelmäßig epileptische Anfälle, über die sie auf ihrem TikTok-Account @izzy.tryjuno aufklärt.
Insbesondere die Reaktionen auf ihren letzten Clip mit den Worten "Mädels mit chronischen Erkrankungen, erzählt mir, welche Diagnose ihr erhalten habt, NACHDEM euch gesagt wurde: 'Das ist nur Angst'" ließen sie fassungslos zurück.
Denn auch heute noch sind weibliche Körper in der Medizin unterrepräsentiert: "Ich habe das Gefühl, dass Angst nur eine Ausrede ist … Ich finde, Ärzte sollten darauf hören, dass etwas nicht stimmt."
Titelfoto: Fotomontage: TikTok/@izzy.tryjuno, TikTok/@isabella.fairclough

