Schicksalsschlag: Traum von Ballettkarriere zerbricht - dann kämpft sich Kate zurück
USA - Kate Stanforth (32) träumte schon seit ihrer Kindheit davon, eine große Karriere im Ballett zu machen. Sie war diesem Ziel bereits sehr nahe – bis eine Krankheit ihr Leben komplett veränderte.
"Ich habe mit zwei Jahren mit Ballett angefangen und mit acht Jahren ein voll professionelles Training begonnen. Während meiner gesamten Kindheit und frühen Jugend habe ich intensiv trainiert, mit dem Ziel, Ballett auf professionellem Niveau zu tanzen", erklärte die 32-Jährige aus Großbritannien gegenüber People.
Doch im Alter von 14 Jahren änderte sich alles, als erste Symptome der Myalgischen Enzephalomyelitis und des Chronischen Fatigue-Syndroms auftraten – kurz ME/CFS.
Nach dieser Diagnose konnte sie nicht mehr den Weg gehen, von dem sie seit Kindheitstagen geträumt und den sie so lange verfolgt hatte.
"Als ich als Teenager erkrankte, musste ich mit dem Tanzen aufhören. Ich habe viele Jahre um das Ballett getrauert und konnte oft nicht einmal darüber sprechen", so Kate.
Für lange Zeit war das, was sie am meisten liebte, zu schmerzhaft, um sich damit auseinanderzusetzen. Doch über die Jahre hinweg stabilisierte sich ihr Gesundheitszustand, und sie fasste den Entschluss, wieder mit dem Ballett anzufangen.
Das Tanzen fand zurück in ihr Leben, doch statt direkt wieder als Tänzerin durchzustarten, begann sie, die Kunstform zu unterrichten. Die Ausbildung zur Ballettlehrerin ermöglichte es ihr, dem Tanz verbunden zu bleiben und gleichzeitig ihre Beziehung dazu neu aufzubauen.
Mit der Zeit fand sie selbst wieder Freude am Tanzen, auch wenn sie die Sportart heute im Rollstuhl ausübt.
Kate Stanforth möchte eines Tages professionell auf einer Theaterbühne tanzen
Heute hat es die 32-Jährige geschafft und arbeitet unter anderem mit dem Royal Ballett zusammen. Außerdem durfte sie an Projekten im Zusammenhang mit der London Fashion Week und mehreren Fernsehproduktionen mitwirken.
"Es kann schwierig sein, als behinderte Tänzerin ernst genommen zu werden, und im Ballett ist das oft noch ausgeprägter", erklärte sie im Hinblick auf die größte Herausforderung.
Ihr zufolge stoßen viele behinderte Tänzerinnen und Tänzer weiterhin auf Barrieren im klassischen Ballettsystem. Die Annahme, dass Barrierefreiheit "irgendwie die künstlerischen oder technischen Standards beeinträchtigt", sei eines der größten Missverständnisse, mit denen sie konfrontiert werde.
Die 32-Jährige erklärte: "Für die nächste Generation behinderter Balletttänzerinnen und -tänzer braucht es faire Anpassungen und echte Inklusion in bestehende Prüfungssysteme. Außerdem wünsche ich mir deutlich mehr Ausbildungsmöglichkeiten und vor allem mehr Sichtbarkeit behinderter Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne und in professionellen Kompanien."
Auch wenn sie ihrem Traum inzwischen wieder ein großes Stück nähergekommen ist, bleibt ein Wunsch weiterhin bestehen: "Ich habe immer noch das Ziel auf meiner Bucket List, eines Tages professionell auf einer Theaterbühne Ballett zu tanzen."
Titelfoto: Montage: Screenshot/TikTok/katestanforth

