Angst vor US-Übernahme: Grönlands Regierungschef will keine "Panik" verbreiten

Nuuk (Grönland) - Angesichts der jüngsten Drohungen seitens der USA hat Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen (34) die grönländische Bevölkerung zum Zusammenhalt aufgerufen.

Laut Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen (34) könne die USA sein Land nicht erobern.
Laut Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen (34) könne die USA sein Land nicht erobern.  © Oscar Scott Carl/Ritzau Scanpix Foto via AP/dpa

"Ich verstehe, dass die Bevölkerung die Regierung mit Sorge beobachtet", so Nielsen auf einer einberufenen Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk am Montagabend.

Er forderte die Gesellschaft auf, in dieser Ausnahmesituation zusammenzustehen und Solidarität zu beweisen. Seine Regierung habe unterdessen alles Mögliche getan, um mit den USA den "richtigen Dialog" zu suchen.

Die bisherigen Anfeindungen über die sozialen Netzwerke bezeichnete er jedoch als "respektlos". Seine Regierung wolle den Tonfall daher künftig "verschärfen."

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Gleichermaßen versuchte der 34-Jährige, die Ängste vor einem US-Angriff, wie zuletzt in Venezuela, zu beschwichtigen: "Unser Land lässt sich nicht mit Venezuela vergleichen. Wir sind ein demokratisches Land. Und das schon seit vielen, vielen Jahren."

Eine Übernahme Grönlands durch die USA schloss Nielsen deshalb aus - zumindest "über Nacht": "Die Lage ist nicht so, dass die USA Grönland erobern könnten. So sieht es nicht aus. Wir sollten daher nicht in Panik geraten."

Anlass zur Sorge gab US-Präsident Donald Trump (79) jedoch auch am Montag. Nach der Militäroperation in Venezuela erklärte er: "Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Es ist von strategischer Bedeutung." Laut Trump sei die Insel von russischen und chinesischen Schiffen "überlaufen".

Titelfoto: Oscar Scott Carl/Ritzau Scanpix Foto via AP/dpa

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