Anstiftung zum Drogenrausch? Griechischer Krisen-Minister nach Podcast-Beichte vor Gericht

Griechenland - Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (64) muss sich wegen Äußerungen zu seinem Freizeitkonsum von Drogen vor Gericht verantworten.

Yanis Varoufakis (64) gehörte zu den prominentesten Figuren der griechischen Finanzkrise. Mittlerweile hat er eine eigene Partei gegründet.
Yanis Varoufakis (64) gehörte zu den prominentesten Figuren der griechischen Finanzkrise. Mittlerweile hat er eine eigene Partei gegründet.  © GIORGOS KONTARINIS / EUROKINISSI / AFP

Der 64-Jährige müsse im Dezember wegen der Vorwürfe der "Anstiftung" zum Konsum und der "Förderung von Suchtmitteln" vor Gericht erscheinen, teilte die von Varoufakis gegründete Partei MeRA25 am Mittwoch mit. Der Politiker hatte im Januar in einem Podcast von seinen Drogenerfahrungen berichtet.

Er habe vor Jahrzehnten einmal Ecstasy genommen, sagte Varoufakis in dem Podcast. "Ich konnte 15 bis 16 Stunden lang tanzen, aber danach litt ich eine Woche lang und habe es nie wieder genommen."

Nach wie vor rauche er gerne Cannabis, habe jedoch Schwierigkeiten, es zu beschaffen. "Ich mache mir keine Sorgen wegen Experimentierens. Ich mache mir Sorgen wegen Sucht", sagte der Ex-Minister.

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Seine Partei übte scharfe Kritik an der griechischen Justiz wegen der Gerichtsvorladung: "Wir werden weiterhin mit Ehrlichkeit und einem modernen wissenschaftlichen Ansatz Stellung beziehen (bezogen auf Sucht) und nicht mit einer Haltung im Stil der Gendarmerie aus den 1950er Jahren."

Varoufakis war 2015 Finanzminister in der linksgerichteten Regierung von Alexis Tsipras (51). Er ist Mitgründer der linken paneuropäischen Partei Diem25. Seine Partei MeRA25, die sich für ein Ende der Sparpolitik in Griechenland einsetzt, war bei den jüngsten Parlamentswahlen 2023 an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert.

Titelfoto: GIORGOS KONTARINIS / EUROKINISSI / AFP

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