Giftpilz-Mörderin kämpft gegen Urteil, doch ihr Plan könnte nach hinten losgehen

Melbourne (Australien) - Es war ein Familienessen, das tödlich endete: Erin Patterson servierte 2023 ein Beef Wellington mit hochgiftigen Knollenblätterpilzen. Drei ihrer Gäste starben, ein vierter überlebte. Patterson wurde später wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes verurteilt. Doch die Australierin gibt nicht auf.

Erin Patterson kämpft gegen ihre Verurteilung wegen dreifachen Mordes. Gleichzeitig will die Staatsanwaltschaft erreichen, dass ihre Aussicht auf Bewährung nach 33 Jahren gestrichen wird. (Archivfoto)  © WILLIAM WEST / AFP

Mit sieben Berufungsgründen versucht Patterson nun, ihre Verurteilung zu kippen, wie ABC berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hält dagegen - mit deutlichen Worten: Angesichts der Indizien seien die Schuldsprüche praktisch "unausweichlich" gewesen.

Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Panne während des spektakulären Mordprozesses: Geschworene waren zeitweise in derselben Unterkunft untergebracht wie der leitende Mordermittler und einige Staatsanwälte. Pattersons Verteidiger Richard Edney bezeichnete die Situation vor Gericht als "katastrophal".

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Der Haken für die Verteidigung: Hinweise darauf, dass Ermittler oder Staatsanwälte tatsächlich mit den Geschworenen gesprochen hätten, gibt es laut dem Verfahren nicht. Chefankläger Brendan Kissane wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Argumentation als "weit hergeholt".

Doch das ist nicht Pattersons einziger Angriffspunkt. Ihre Anwälte kritisieren auch die Kreuzvernehmung und den Umgang mit Mobilfunkdaten.

Diese sollten darauf hindeuten, dass Patterson vor dem tödlichen Essen in Gegenden unterwegs gewesen sein könnte, in denen Knollenblätterpilze gefunden worden waren. Die Verteidigung hält diese Schlussfolgerung für überzogen.

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Chefankläger Brendan Kissane hält die Vorwürfe von Pattersons Verteidigung für "weit hergeholt".  © Martin KEEP / AFP

Es könnte alles noch schlimmer werden

Während Patterson um ihren Schuldspruch kämpft, geht auch die Staatsanwaltschaft in die Offensive. Die 51-Jährige verbüßt eine lebenslange Haftstrafe, hat bislang aber die Aussicht, nach 33 Jahren Bewährung beantragen zu können. Genau das will die Anklage verhindern und geht deshalb ihrerseits gegen die Strafe vor.

Für Patterson steht damit enorm viel auf dem Spiel: Im besten Fall könnte ihre Berufung das Urteil ins Wanken bringen. Im schlimmsten Fall bleibt die Verurteilung bestehen und sie verliert auch noch die Chance, nach 33 Jahren auf Bewährung freizukommen.

Eine schnelle Entscheidung wird es wohl nicht geben. Die Berufungsrichter könnten Wochen oder sogar Monate brauchen, bevor sie ihr Urteil verkünden.

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