Mehrere Verletzte nach Hai-Angriffen: Ist Baden nach Regenfällen die unterschätzte Gefahr?
Sydney (Australien) - Nach einem schrecklichen Haiangriff auf einen 12-jährigen Jungen im Hafen von Sydney leben die Menschen an der Ostküste des Landes in Angst und Schrecken. Warum gibt es auf einmal so viele Beißattacken?
Laut einem Bericht des australischen Nachrichtensenders "ABC News" wurden die Strände für die nächsten 48 Stunden für Badegäste gesperrt.
Erst am vergangenen Sonntag wurde vor dem Hafen der Millionenstadt Sydney ein 12-jähriger Junge von einem Hai angefallen, nachdem er gemeinsam mit seinen Freunden von einer sechs Meter hohen Klippe ins Wasser gesprungen war.
Der Junge zog sich bei dem Angriff schwere Verletzungen an seinen Beinen zu und muss seitdem intensivmedizinisch behandelt werden. Insgesamt kam es in den letzten 48 Stunden allein im Bundesstaat New South Wales zu vier Haiangriffen.
Am Montag erlitt ein Mann kurz nach 18 Uhr "lebensverändernde Verletzungen" bei einer Attacke im Wasser. Ein Surfer wurde am selben Tag lediglich leicht durch einen Hai verletzt.
Ein weiterer junger Surfer kam mit dem Schrecken davon, als ein Hai in sein Surfboard biss.
Für den Hai- und LGBTQ-Forscher Dr. Christopher Pepin-Neff ist die Lage ernst. Das Schwimmen im Hafen von Sydney nach einem heftigen Regenfall sei eine "schreckliche Idee".
In den sozialen Medien warnt Dr. Pepin-Neff vor dem Schwimmen im Hafen
Regenfälle und Abwasser sind für starke Hai-Aktivität verantwortlich
Laut dem Dozenten leiten mehrere städtische Abwasserrohre ungeklärtes Abwasser in das Hafenbecken der Stadt. "Bereits nach 20 Millimetern Regen lockt der hohe Gehalt an Fäkalien und ungeklärtem Abwasser im Hafen Köderfische an und das wiederum zieht die Haie an", erklärt der Professor.
Nach einem schweren Sturm oder heftigen Regenfällen sollen Menschen den Ozean für 48 Stunden und Hafengewässer sogar für 72 Stunden komplett meiden.
Doch davon wissen laut dem Professor zu wenig Menschen, weswegen es immer wieder zu Angriffen durch Haie kommt. Darum fordert er die Behörden auf, Schilder aufzustellen, die auf die Gefahr aus den Tiefen des Meeres hinweisen.
Chris Minns (46), der Premierminister von New South Wales, schloss währenddessen die Tötung von Haien als Vorsichtsmaßnahme aus: "Wir wissen, dass wir im Hafen schmutziges Wasser haben und dass dies gemeinsam mit dem starken Regen und weiteren Abflüssen aus Bächen und Kanälen die Neugier der Haie weckt."
Der Premierminister kam zu dem Schluss: "Wir hatten diese Attacken im Hafen und ich sage schon einmal voraus, dass es noch etliche weitere geben wird."
Titelfoto: Fotomontage: 123RF/artman1, Screenshot: tiktok.com/@pepin.neff

