Bradenton (USA) - Was für viele Jugendliche eine lästige Pflicht ist, bedeutet für Jasmine Ramirez (14) pure Lebensfreude - Schule. Nach einer lebensrettenden Beinamputation infolge einer schweren Erkrankung ist der Aufstieg in die High School für die US-Amerikanerin ein bedeutender Meilenstein.
Noch im Dezember vergangenen Jahres kämpfte die 14-Jährige aus dem Bundesstaat Florida um ihr Leben. Der Grund: ein extrem seltener lymphomatoider Tumor. Infolge der Erkrankung nahm der Umfang ihres Beines immer weiter zu.
Schließlich brachte die betroffene Stelle etwa 79 Kilogramm auf die Waage. Um Jasmines Überlebenschancen zu erhöhen, führten die zuständigen Ärzte im Dezember eine komplexe Amputation durch.
Mehr als 16 Stunden verbrachte die 14-Jährige im OP – mit Erfolg. Zuvor hatte der Tumor ihren Alltag massiv eingeschränkt und den Schulbesuch fast unmöglich gemacht. Doch trotz ihres langen Leidensweges, geprägt von zahllosen Klinikaufenthalten und Therapien, meisterte sie die Middle School erfolgreich.
"Ehrlich gesagt dachte ich, ich würde es nicht schaffen, aber ich habe es geschafft. Ich durfte auf die Bühne gehen und am Ende der Zeremonie meine Rede halten", schwärmte Jasmine gegenüber News Channel 8.
Am Mittwoch wurde ihr langersehnter Traum dann zur Wirklichkeit. In der "Braden River Middle School" nahm die 14-Jährige ihr Abschlusszeugnis entgegen - ein Moment, der für Jasmine fast unmöglich schien. "Ich bin froh, dass ich meinen Abschluss gemacht habe."
Für Jasmine beginnt im Herbst 2026 dann das Abenteuer High School. Auch für die Zeit danach hat sie bereits konkrete Pläne: "Ich will aufs College gehen und Theater studieren."
Jasmines kämpfte mit sich selbst: "Ich wollte meinen Körper einfach nicht ansehen"
"Ich bedauere, dass ich mein Bein nicht amputieren ließ, aber gleichzeitig bin ich auch froh, dass ich es getan habe, denn wenn ich es nicht getan hätte, hätte es mich das Leben gekostet, und ich wäre heute nicht hier", erklärte die 14-Jährige im Gespräch.
Nach der Beinamputation stand Jasmine vor der nächsten schweren Hürde: "Ich wollte meinen Körper einfach nicht ansehen, weil ich mich wie ein Monster fühlte". Doch die Schülerin lernte, ihr neues Spiegelbild zu akzeptieren. Seither steht für sie vor allem eines im Mittelpunkt - Gesundheit.
Nichtsdestotrotz riss das tragische Ereignis ein tiefes Loch in die Haushaltskasse der Familie Ramirez. Angehörige nahmen das zum Anlass, einen Spendenaufruf auf GoFundMe zu starten.
"Während sie sich an ihr neues Leben gewöhnt, muss sie weiterhin mehrmals pro Woche Ärzte aufsuchen und zur Therapie gehen, was auch mehrere Fahrten außerhalb der Stadt beinhaltet – manche davon mehrere Stunden entfernt", schrieb der Ersteller unter dem Aufruf.
Die Spendenaktion erwies sich als voller Erfolg: Rund sieben Monate nach der Veröffentlichung erhielt die Familie bereits 55.000 US-Dollar (circa 48.000 Euro) - 92 Prozent des Zielbetrages.