Feier endet in Katastrophe: 27 Tote und viele Verletzte nach Inferno

Von Carola Frentzen, Taylan Gökalp, Christoph Sator, Julia Cebella

Bangkok (Thailand) - 27 Tote, mindestens 63 Verletzte – ein Brand in einem Lokal in der thailändischen Hauptstadt Bangkok erschüttert.

Ein Medienvertreter steht nach einem Brand vor dem Lokal Rong Beer Na Ladprao.  © Carola Frentzen/dpa

Laut Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt prüfen die Ermittler unter anderem, ob Notausgänge versperrt gewesen seien und das Lokal die Brandschutzauflagen erfüllt habe. 

Das Feuer war gegen Mitternacht (Ortszeit) in dem Lokal Rong Beer Na Ladprao im Stadtteil Ladprao im Norden der Millionenmetropole ausgebrochen. Mindestens neun Männer und 18 Frauen starben laut thailändischen Behörden. Die meisten sollen an Rauchvergiftungen gestorben sein.

Mindestens 63 Menschen wurden verletzt, 22 davon schwer, wie Medien unter Verweis auf die Behörden berichteten.

Aus aller Welt Aus dem 27. Stock: Influencerin (†26) stürzt vom Balkon in den Tod

Das Feuer habe sich wegen leicht entflammbarer Decken- und Dekorationsmaterialien rasch ausgebreitet, berichtete Bangkoks Gouverneur. Giftiger Rauch soll zu der hohen Zahl der Todesopfer beigetragen haben. Die Verletzten wurden auf 16 Krankenhäuser in Bangkok verteilt.

Ob sich unter den Opfern auch Ausländer befinden, ist noch unklar. Auszuschließen ist das nicht, da Bangkok zu den meistbesuchten Reisezielen der Welt gehört.

Anzeige
Badelatschen liegen nach einem Brand vor dem Lokal Rong Beer Na Ladprao verstreut.  © Carola Frentzen/dpa

Rauch stieg aus Sicherungskasten

Kriminaltechniker untersuchen den Ort nach einem Brand im Lokal Rong Beer Na Ladprao.  © Carola Frentzen/dpa

Das Lokal zeigte auch regelmäßig Livemusik. Nach Schilderungen von Musikern, die am Sonntagabend in dem Lokal aufgetreten waren, soll zunächst Rauch aus einem Sicherungskasten nahe der Bühne aufgestiegen sein.

Anschließend sei der Strom ausgefallen, kurz darauf habe es eine Explosion gegeben und dichter Qualm habe sich in Sekundenschnelle ausgebreitet, zitierte die Zeitung "Thairath" die Augenzeugen. 

Die meisten Opfer flüchteten offenbar fatalerweise in den hinteren Teil des Gebäudes, in die Nähe der Toiletten, wo es kein Entkommen gab. Hier wurden später die meisten Opfer gefunden.

Aus aller Welt Fentanyl und Prostituierte: Uni-Professor gerät auf schiefe Bahn

Andere rannten schreiend ins Freie, während das Pub schon lichterloh brannte und gewaltige Flammen aus der Eingangstür schlugen.

Das Lokal zeigte auch regelmäßig Livemusik.  © Carola Frentzen/dpa

Bild aus Tod und Zerstörung

Der Brand kostete mindestens 27 Menschen das Leben, viele weitere wurden schwer verletzt.  © Sakchai Lalit/AP/dpa
Die Gaststätte brannte komplett aus.  © Carola Frentzen/dpa

Als es den Einsatzkräften nach etwa einer Dreiviertelstunde gelang, den Brand unter Kontrolle zu bringen, bot sich ihnen ein furchtbares Bild aus Tod und Zerstörung. Nach und nach wurden immer mehr Leichen ins Freie getragen und vor dem Lokal – mit weißen Tüchern abgedeckt – nebeneinander aufgereiht. 

Die Gaststätte brannte komplett aus. Zurück blieben verkohlte Stühle und Tische, völlig verrußte Wände und geborstene Fenster. Gouverneur Chadchart Sittipunt und Ministerpräsident Anutin Charnvirakul besuchten noch in der Nacht die Unglücksstelle.

Die Polizei sperrte den Brandort ab und kündigte Ermittlungen zur Brandursache an. Angehörige wurden aufgefordert, sich bei den Behörden zu melden und DNA-Proben abzugeben, um die Opfer zu identifizieren. Berichten zufolge konnte zunächst nur die Identität von zehn der Toten geklärt werden.

Mehr zum Thema Aus aller Welt: