Von Carola Frentzen, Taylan Gökalp, Christoph Sator, Julia Cebella
Bangkok (Thailand) - 27 Tote, mindestens 63 Verletzte – ein Brand in einem Lokal in der thailändischen Hauptstadt Bangkok erschüttert.
Laut Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt prüfen die Ermittler unter anderem, ob Notausgänge versperrt gewesen seien und das Lokal die Brandschutzauflagen erfüllt habe.
Das Feuer war gegen Mitternacht (Ortszeit) in dem Lokal Rong Beer Na Ladprao im Stadtteil Ladprao im Norden der Millionenmetropole ausgebrochen. Mindestens neun Männer und 18 Frauen starben laut thailändischen Behörden. Die meisten sollen an Rauchvergiftungen gestorben sein.
Mindestens 63 Menschen wurden verletzt, 22 davon schwer, wie Medien unter Verweis auf die Behörden berichteten.
Das Feuer habe sich wegen leicht entflammbarer Decken- und Dekorationsmaterialien rasch ausgebreitet, berichtete Bangkoks Gouverneur. Giftiger Rauch soll zu der hohen Zahl der Todesopfer beigetragen haben. Die Verletzten wurden auf 16 Krankenhäuser in Bangkok verteilt.
Ob sich unter den Opfern auch Ausländer befinden, ist noch unklar. Auszuschließen ist das nicht, da Bangkok zu den meistbesuchten Reisezielen der Welt gehört.
Rauch stieg aus Sicherungskasten
Das Lokal zeigte auch regelmäßig Livemusik. Nach Schilderungen von Musikern, die am Sonntagabend in dem Lokal aufgetreten waren, soll zunächst Rauch aus einem Sicherungskasten nahe der Bühne aufgestiegen sein.
Anschließend sei der Strom ausgefallen, kurz darauf habe es eine Explosion gegeben und dichter Qualm habe sich in Sekundenschnelle ausgebreitet, zitierte die Zeitung "Thairath" die Augenzeugen.
Die meisten Opfer flüchteten offenbar fatalerweise in den hinteren Teil des Gebäudes, in die Nähe der Toiletten, wo es kein Entkommen gab. Hier wurden später die meisten Opfer gefunden.
Andere rannten schreiend ins Freie, während das Pub schon lichterloh brannte und gewaltige Flammen aus der Eingangstür schlugen.
Bild aus Tod und Zerstörung
Als es den Einsatzkräften nach etwa einer Dreiviertelstunde gelang, den Brand unter Kontrolle zu bringen, bot sich ihnen ein furchtbares Bild aus Tod und Zerstörung. Nach und nach wurden immer mehr Leichen ins Freie getragen und vor dem Lokal – mit weißen Tüchern abgedeckt – nebeneinander aufgereiht.
Die Gaststätte brannte komplett aus. Zurück blieben verkohlte Stühle und Tische, völlig verrußte Wände und geborstene Fenster. Gouverneur Chadchart Sittipunt und Ministerpräsident Anutin Charnvirakul besuchten noch in der Nacht die Unglücksstelle.
Die Polizei sperrte den Brandort ab und kündigte Ermittlungen zur Brandursache an. Angehörige wurden aufgefordert, sich bei den Behörden zu melden und DNA-Proben abzugeben, um die Opfer zu identifizieren. Berichten zufolge konnte zunächst nur die Identität von zehn der Toten geklärt werden.