Fentanyl und Prostituierte: Uni-Professor gerät auf schiefe Bahn

Lubbock (Texas) - Ein Professor einer Universität im US-Bundesstaat Texas wollte sich durch Herstellung und Verkauf der Zombie-Droge "Fentanyl" ein Haus finanzieren, um dort gemeinsam mit mehreren Prostituierten zu leben. Seinen großen Traum musste er nun jedoch aufgeben.

Dem ehemaligen Marketing-Professor Daniel Taylor (51, l.) drohen 40 Jahre Knast. Aufnahmen einer Kamera in einem Supermarkt zeigen ihn gemeinsam mit einer Prostituierten.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

Die Geschichte von Daniel Taylor (51) bietet das Potenzial für eine packende Thriller-Serie im Stile von "Breaking Bad". Im Gegensatz zu Hauptdarsteller Walter White war der 51-Jährige jedoch kein Chemielehrer, sondern ein Assistenzprofessor für Marketing und Lieferkettenmanagement an der Texas Tech University in der Stadt Lubbock.

"Der Angeklagte nutzte das Wissen und die Glaubwürdigkeit, die er als Universitätsprofessor erworben hat, um eine Fentanyl-Handelsoperation aufzubauen, die in der gesamten Lubbock-Gemeinschaft Leben gefährdet", erklärte Ermittler Joseph Tucker in einer Mitteilung der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA.

Taylor wurde bereits im Februar angeklagt, Anfang Juli bekannte er sich schuldig. Sein Markenzeichen: ein lebensgefährlicher Chemie-Mix bestehend aus dem Schmerzmittel Fentanyl und dem psychoaktiven Wirkstoff Bromazolam (Xanax), welches er mit rosa Lebensmittelfarbe einfärbte und unter dem hippen Namen "Pink Flamingo" vertrieb.

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Das harte Drogengemisch vertickte der 51-Jährige vor allem an Frauen aus dem Rotlichtsektor: "Mit seinem 'Pink Flamingo' hat er auch Prostituierte unter Drogen gesetzt, um seine eigenen sexuellen Wünsche zu schüren", erklärte US-Rechtsanwalt Ryan Raybould.

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Für die Herstellung von "Pink Flamingo" wurde Fentanyl-Pulver mit Bromazolam gemischt und anschließend mit Lebensmittelfarbe rosa gefärbt.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

Fentanyl-Professor wollte Haus für sich und Prostituierte kaufen

Für seine Drogen hatte der Professor eigens Merchandise parat.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

Doch Taylor hatte offenbar noch größere Pläne. Laut DEA-Mitteilung beabsichtige er, ein eigenes Haus für sich und die Prostituierten - die er als seine "Flamingo-Familie" bezeichnete - zu kaufen und dort gemeinsam zu leben.

Im Zuge einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler neben etlichen Drogenutensilien und dem Rezept für "Pink Flamingo" auch rosafarbene Flamingos in Form von Schlüsselanhängern oder Aufklebern. Marketing auf ganz großem Niveau eben, wie auch ein riesiges Wandschild in der Küche mit der Aufschrift "Flamingo Lounge" verdeutlicht.

Häufig soll der Fentanyl-Professor die Frauen auch zu sich nach Hause eingeladen haben: "Die Frauen konsumierten die Betäubungsmittel und wurden dann in Taylors Badezimmer gesteuert, wo er oft einen Geschenkkorb mit Dessous, Zahnbürste, Rasiermesser und Parfüm hatte. Die Frauen duschten und zogen die Dessous an. Taylor fotografierte oft die Frauen in den Dessous, bevor er Sex mit ihnen hatte."

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Anzügliche Bilder davon fanden die Ermittler auf dem Rechner des Beschuldigten.

In seiner Küche hatte Taylor ein Schild mit der Aufschrift "Flamingo Lounge" an der Wand hängen.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

"Pink Flamingo": Arme Frau musste nach Überdosis wiederbelebt werden

Der abtrünnige Akademiker verkaufte seine Drogen vorrangig an Prostituierte.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

Taylor gestand den Verkauf von "nur" rund 40 Gramm Fentanyl sowie das Verursachen von insgesamt acht Fällen einer Überdosis.

Einmal musste er eine Prostituierte gar wiederbeleben, nachdem die Frau in seinem Haus zu viel "Pink Flamingo" konsumiert hatte.

Der abtrünnige Professor wartet nun auf sein Urteil.

Ihm drohen 40 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe in Höhe von fünf Millionen US-Dollar (rund 4,4 Millionen Euro).

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