Brutale Schülerproteste: Polizei-Granate fetzt Jugendlichem die Hand ab! Tausende Teenager festgenommen
Paris/Lens (Frankreich) - Dass Demonstrationen in Frankreich regelmäßig ein völlig anderes Level erreichen als in Deutschland, verdeutlicht derzeit die landesweite Schülerprotestwelle. Mülltonnen, Autos und Schulen brennen, Straßen werden blockiert; es gibt Dutzende Verletzte und Tausende Festnahmen. Neuer Tiefpunkt: Am Montag wurde einem Teenager von einer Polizei-Granate die Hand abgerissen!
Seit Mitte September gehen französische Schüler auf die Straße. In einem Pariser Vorort fehlte Personal, der Protest weitete sich schnell übers ganze Land aus. Laut der Nachrichtenagentur AFP werden mehr Lehrer und kürzere Schultage gefordert. Außerdem setzen sich die Jugendlichen für Klimaanlagen und Heizungen in Schulen sowie weniger Schüler in den Klassen ein.
Allerdings bleibt es nicht bei friedlichen Protesten! Am Montag eskalierte unter anderem in Lens die Demo-Lage - ein 15-Jähriger wurde laut Polizei schwer verletzt: Dem Teenager soll von einer Granate der Beamten die komplette Hand abgefetzt worden sein!
Die Polizei hatte eine Gummigeschoss-Granate geworfen, um eine Massenansammlung aufzulösen. Der Schüler hob diese mutmaßlich auf - wollte sie wohl zurückschleudern -, als sie explodierte. Er kam mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus.
Es handele sich um einen "sehr schwerwiegenden" Vorfall, erklärte der Präfekt des Départements Pas-de-Calais, François-Xavier Lauch. Er gestand, dass noch unsicher sei, ob der Schüler das Geschoss wirklich aufgehoben hatte oder die Granate auf ihm gelandet war.
16-Jähriger verliert bei Protesten ein Auge
Die Polizeiaufsicht IGPN wurde eingeschaltet, um in dem heftigen Zwischenfall zu ermitteln, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
In 400 bis 500 Schulen fiel am Montag laut BBC erneut der Unterricht aus, weil die Sicherheitsbedingungen nach den Worten von Bildungsminister Édouard Geffray "nicht erfüllt" wurden. Für Dienstag wurde erneut zum Protest aufgerufen. Auch bis zu 40 Hochschulen beteiligen sich an den Demonstrationen, die mittlerweile immer krassere Ausmaße annehmen.
Gegen zwei Jugendliche wird ermittelt, weil sie einen Polizisten am Boden kräftig getreten haben sollen. Ein 16-Jähriger verlor sein Licht in einem Auge - mutmaßlich wegen eines Gummigeschosses der Polizei. Auch unzählige weitere Demonstranten und Beamte wurden verletzt, Straßenzüge ins Chaos gestürzt.
Darüber hinaus wurden laut AFP 78 Schulbeschäftigte verletzt, mehr als 20 Schulen stark beschädigt und 5000 Menschen festgenommen, der absolute Großteil davon Minderjährige!
Titelfoto: Montage: THOMAS SAMSON / AFP, MIGUEL MEDINA / AFP, JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN / AFP

