Frankreich schränkt Fischfang zum Schutz von Delfinen ein: Firmen erleiden Millionen-Verlust

Von Michael Evers

Paris (Frankreich) - Frankreich verbietet an der Atlantikküste ab sofort wieder für vier Wochen die Fischerei, um damit das Leben vieler Hundert Delfine zu retten, die ansonsten als Beifang in Fischernetze geraten und sterben.

Um die verbleibenden Delfine in Frankreich zu schützen, gilt ab Donnerstag ein Fischfang-Verbot.  © Jeremias Gonzalez/AP/dpa

Im Golf von Biskaya ist die Fischerei für bestimmte Bootstypen vom 22. Januar bis zum 20. Februar untersagt. Betroffen davon sind etwa 300 französische Boote.

Mit der im dritten Jahr in Folge getroffenen Maßnahme habe die Zahl der getöteten Delfine um 60 Prozent gesenkt werden können, teilte das Umweltministerium mit.

Das Forschungsinstitut Pelagis registriert jährlich viele Hundert tote Delfine, die an der Küste angeschwemmt werden. Delfine geraten oft als Beifang in die Netze und sterben, weil sie nicht mehr zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen können.

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Das Phänomen tritt in der Winterperiode verstärkt auf, weshalb das Verbot zu den festgelegten Daten verhängt wird.

Im vergangenen Jahr kamen trotz der Schutzmaßnahme noch schätzungsweise 1890 Delfine durch die Fischerei ums Leben.

Die EU-Kommission hatte auf Betreiben von Tierschützern Druck auf Frankreich ausgeübt, die Delfine besser zu schützen.

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Rund 35 Millionen Euro verlieren Fischer durch das Verbot: Nur 80 Prozent werden entschädigt

Schon vor einigen Jahren protestierten Aktivisten vor dem französischen Parlament, um auf das Thema aufmerksam zu machen.  © Christophe Ena/AP/dpa

Die Fischer und die Regierung sehen das Verbot nicht als Langzeitlösung, denn die Zwangspause beschert den Fischern Einnahmeverluste in Höhe von ungefähr 35 Millionen Euro, die der Staat nur zu 80 Prozent entschädigt.

Kombiniert werden sie deshalb mit der Erprobung technischer Maßnahmen an Bord der Schiffe zur Abschreckung der Tiere, etwa durch laute Geräusche.

Aber Experten sind sich nicht sicher, wie erfolgreich diese Abschreckung ist. Die Delfine könnten sich an die Geräusche gewöhnen oder auch aus den Gebieten vertrieben werden, in denen sie sich ernähren, sagte der Bioakustiker Prof. Olivier Adam von der Pariser Sorbonne-Universität der Zeitung "Le Monde".

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Weitere Geräte befinden sich in der Testphase, so etwa eine Bake, die nur dann auslöst und ein Signal aussendet, wenn ein Delfin in der Nähe ist.

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