Missbrauchsskandal: Tanzlehrer soll jahrelang Frauen betäubt und vergewaltigt haben
Aix-en-Provence (Frankreich) - Ein 47-jähriger französischer Tanzlehrer soll mindestens 14 Frauen betäubt und vergewaltigt haben. Nun steht er vor Gericht.
Wie die französische Tageszeitung Le Monde berichtet, steht Cyril Z. seit Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht. Der heute 47-Jährige muss sich wegen schwerer Sexualverbrechen verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen Juli 2010 und März 2021 mindestens 14 Frauen vergewaltigt zu haben. Dabei soll er ein starkes Beruhigungsmittel eingesetzt haben, das seine Opfer in einen halb bewusstlosen Zustand versetzte. Anschließend habe er die Frauen missbraucht und sich dabei selbst gefilmt.
Die Anwälte der Opfer bezeichnen ihn als Serienvergewaltiger.
Bereits 2003 gab es erste Vorwürfe gegen den Angeklagten. Damals erhoben seine Cousine sowie eine Arbeitskollegin Missbrauchsvorwürfe.
Auch 2012 meldete sich eine weitere Frau mit ähnlichen Anschuldigungen. Keiner dieser Fälle führte jedoch zu Ermittlungen oder einer Anklage.
Seit 2021 sitzt Cyril Z. in Untersuchungshaft
Erst 2019 begannen die Ermittlungen, nachdem eine 24-jährige Studentin Anzeige erstattet und angegeben hatte, von Cyril Z. betäubt und vergewaltigt worden zu sein.
Im Zuge der Ermittlungen wurde seine DNA an ihren Fingernägeln und an ihrer Unterwäsche gefunden. Seit 2021 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.
Bei einer Hausdurchsuchung stießen die Ermittler zudem auf Dutzende Videos, die die Tatvorwürfe untermauern. Insgesamt 14 Frauen haben sich dem Verfahren als Nebenklägerinnen angeschlossen. Viele von ihnen waren Freundinnen, Bekannte oder frühere Partnerinnen des Angeklagten.
Fast alle hatten dieselbe Tanzschule für Paare in Aix-en-Provence besucht, wo Cyril Z. als beliebter Rocktanzlehrer galt. Laut der Nachrichtenagentur AFP soll er zehn Vergewaltigungen gestanden haben.
Ein Urteil wird voraussichtlich um den 20. Januar erwartet.
Titelfoto: Thibaud MORITZ / AFP

