Hitzetote in Frankreich, 44 Grad und mehr: "Viele Ältere sind dehydriert"

Paris - Die Hitzewelle in Frankreich erreicht historische Ausmaße und fordert zahlreiche Tote. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Temperaturrekorde gebrochen.

Jugendliche kühlen sich im Canal Saint-Martin in Paris ab.  © Simon WOHLFAHRT / AFP

Am Montag wurde mit einer landesweiten Durchschnittshöchsttemperatur von 37,8 Grad Celsius der heißeste Nachmittag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 registriert.

In einigen Regionen stiegen die Temperaturen auf bis zu 43 Grad, im Südwesten wurden vereinzelt sogar Spitzenwerte von mehr als 44 Grad erreicht.

Über die Hälfte des Landes steht unter der höchsten Hitzewarnstufe Rot, rund 90 Prozent der Bevölkerung sind von der potenziell gesundheitsgefährdenden Hitze betroffen.

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Wie Le Parisien und weitere Medien berichteten, kamen seit vergangener Woche mindestens 40 Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Die meisten Opfer seien junge Menschen gewesen. Im südlichen Carpentras wurden zwei Kleinkinder tot in einem Auto aufgefunden.

Auch die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser sind überlastet, da zunehmend Menschen mit Hitzeschlägen behandelt werden müssen. "Viele ältere Menschen sind dehydriert und müssen behandelt werden", sagte Krankenpflegerin Katou Blaise von der Uniklinik in Rennes gegenüber der Tagesschau.

Das öffentliche Leben ist zunehmend eingeschränkt: Rund 1800 Schulen blieben zeitweise geschlossen, Prüfungen wurden verschoben. In Paris schlossen sowohl der Eiffelturm als auch der Louvre früher als üblich.

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Menschen erfrischen sich am Eiffelturm unter einem Wassersprühnebel.  © Michel Euler/AP/dpa
Eine Gruppe von Jugendlichen bespritzt einen Radfahrer mit Wasser.  © Simon WOHLFAHRT / AFP

Hitzewelle in Frankreich: Macron wendet sich an Bevölkerung

Die hohen Temperaturen wirken sich auch auf die Energieversorgung aus. Der staatliche Stromkonzern EDF drosselte das Atomkraftwerk Golfech im Süden des Landes und kündigte Einschränkungen für weitere Anlagen an. Grund sind die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen der Flüsse, die zur Kühlung der Reaktoren genutzt werden.

Laut staatlichem Wetterdienst Météo-France soll die Gluthitze in weiten Teilen des Landes noch bis zum Wochenende anhalten. Erst der Sonntag verspricht ein wenig Abkühlung. Meteorologen warnen, dass Frankreich aufgrund des Klimawandels noch häufiger mit solchen Extremereignissen rechnen muss.

Präsident Emmanuel Macron (48) wandte sich in einem Beitrag auf X persönlich an seine Landsleute: "Lasst uns angesichts der Hitzewelle aufeinander aufpassen. Wir müssen gemeinsam auf unsere Älteren, unsere Kinder sowie auf alleinstehende und gefährdete Personen achten."

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