Beuvrages (Frankreich) - Schreckliche Familientragödie in Nordfrankreich: Zwei 15 Monate alte Zwillingsmädchen sind am Montagnachmittag tot in ihren Betten gefunden worden. Sie starben offenbar an Wassermangel.
Als die Eltern ihre Kinder am Montag in ihrem überhitzten Zimmer entdeckten, hatte bei den kleinen Mädchen bereits die Leichenstarre eingesetzt. Das Paar habe daraufhin selbst den Notruf gewählt, berichtete unter anderem der französische Sender "RTL".
Demnach seien die beiden Einjährigen vermutlich an Dehydrierung gestorben.
Auch die vier älteren Geschwister der Zwillinge im Alter zwischen drei und sechs Jahren mussten völlig dehydriert in eine Klinik eingeliefert werden, eines der Kinder wurde in kritischem Zustand per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Lebensgefahr bestehe aber nicht, heißt es.
Ersten Ermittlungen zufolge sollen sich die Kinder tagelang in einem überhitzten Zimmer aufgehalten haben. Ihre Eltern wurden inzwischen in Gewahrsam genommen, die Polizei prüft den Verdacht der Vernachlässigung mit Todesfolge.
Zwillingsbabys bei Hitze 18 Stunden lang nicht versorgt
Schilderungen von Nachbarn zufolge sei das Paar erst vor zwei Monaten mit seinen sechs Kindern in den kleinen Ort gezogen und habe sich seitdem vollkommen unauffällig verhalten.
Die Großfamilie soll relativ zurückgezogen gelebt haben und den Sozialbehörden bislang nicht bekannt gewesen sein.
Wie die Mutter der verstorbenen Mädchen laut dem französischen Sender "TF1" im Polizeiverhör angab, habe sie ihren beiden Kleinkindern am Sonntagabend gegen 19 Uhr zum letzten Mal eine Flasche gegeben und erst am Folgetag gegen 13 Uhr wieder nach den Zwillingen geschaut. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder bereits tot.
Was in den dazwischenliegenden Stunden passierte, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Laut Staatsanwaltschaft waren die Eltern im Alter von 35 und 32 Jahren bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Weitere Untersuchungen sollen nun die genaue Todesursache der Zwillingsmädchen klären.