Unfassbarer Fall: Kind seit 2024 in Lieferwagen eingesperrt

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Hagenbach (Frankreich) - Ein neunjähriger Junge wurde in dem französischen Dorf Hagenbach, das sich nahe Grenze zur Schweiz und zu Deutschland befindet, monatelang in einem Lieferwagen eingesperrt.

Der neunjährige Junge wurde in dem französischen Dorf Hagenbach, nahe der Grenze zur Schweiz und zu Deutschland, monatelang in einem Lieferwagen eingesperrt.
Der neunjährige Junge wurde in dem französischen Dorf Hagenbach, nahe der Grenze zur Schweiz und zu Deutschland, monatelang in einem Lieferwagen eingesperrt.  © Sebastien Bozon/AFP/dpa

Wie die französische Tageszeitung Le Parisien berichtet, wurde die Polizei am Montag alarmiert, nachdem ein Anwohner des Dorfes Geräusche aus einem abgestellten Fahrzeug gehört hatte.

Als die Einsatzkräfte den Wagen öffneten, fanden sie darin das Kind. Der Junge war stark unterernährt, bewegungsfähig und wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Ermittler habe der Neunjährige erklärt, zuletzt im Jahr 2024 geduscht zu haben. Zudem habe er in Plastikflaschen urinieren müssen und seine Notdurft in Müllsäcken verrichtet.

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Nach Angaben der Ermittler soll der 43-jährige Vater den damals Siebenjährigen im November 2024 in dem Fahrzeug eingesperrt haben, um ihn "zu schützen", da seine Partnerin versucht haben soll, eine psychiatrische Unterbringung für ihn zu veranlassen.

Auch der Junge habe berichtet, dass die Lebensgefährtin ihn nicht mehr in der Wohnung haben wollte.

Bislang gibt es jedoch keine Belege dafür, dass der Junge unter psychischen Problemen litt.

Gegen den Vater und seine Partnerin wurde Anklage erhoben

Die französische Polizei hat den Vater und dessen Partnerin festgenommen. (Archivbild)
Die französische Polizei hat den Vater und dessen Partnerin festgenommen. (Archivbild)  © Diarmid Courreges/AFP/dpa

Der Vater sitzt seitdem wegen des Verdachts der Kindesentführung und weiterer Straftaten in Untersuchungshaft.

Seine 37-jährige Partnerin gab laut Staatsanwaltschaft an, keine Kenntnis von der Situation gehabt zu haben. Sie habe angenommen, dass der Junge in einer Einrichtung untergebracht sei. Gegen sie läuft ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung.

Der Neunjährige, seine zwölfjährige Schwester sowie die zehnjährige Tochter der 37-Jährigen wurden in die Obhut der Jugendhilfe übergeben.

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Die Ermittlungen dauern an.

Titelfoto: Diarmid Courreges/AFP/dpa

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