Watford (Großbritannien) - Über Jahre hinweg konnte ein Mann aus Großbritannien keinen Urlaub nehmen, weil in seiner Firma ständig Personalmangel herrschte. Nach seiner Entlassung muss das Unternehmen ihm nun eine saftige Entschädigung zahlen.
Sage und schreibe 827 unbezahlte Urlaubstage hatte Mohamed Ageli (74) als langjähriger Mitarbeiter einer Immobilienverwaltung seit seinem Einstieg im Jahr 1987 angehäuft.
Wie unter anderem die britische Daily Mail berichtete, hatte die Firma, in der der Brite arbeitete, seine Urlaubsanträge seit dem Ende der 1990er-Jahre immer wieder aufgrund von "Arbeitsdruck" und chronischer Unterbesetzung abgelehnt.
Er habe sich deshalb dazu bereit erklärt, sich den verweigerten Urlaub auszahlen zu lassen und eine finanzielle Entschädigung für die versäumte Freizeit zu akzeptieren.
Nach 25 Dienstjahren standen dem 74-Jährigen somit fast 400.000 Pfund (rund 460.000 Euro) zu, die er sich als Altersvorsorge zur Seite legen wollte.
Doch Ageli erhielt das Geld nie. Stattdessen wurde der Mann im Jahr 2024, nach einem Wechsel des Vorstands innerhalb des Unternehmens, fristlos gekündigt – ohne etwas von der vereinbarten Summe zu sehen.
Gericht verdonnert Firma zu Entschädigung
Das Arbeitsgericht in Watford erklärte die fristlose Kündigung nun als "fehlerhaft" und "unfair". Der Richter sprach Ageli daher die vollständige Summe als Ausgleich für die unzähligen unbezahlten Urlaubstage zu.
Zusätzlich muss die Firma ihrem ehemaligen Mitarbeiter für die ungerechtfertigte Entlassung eine Entschädigung in Höhe von 105.000 Pfund (gut 120.000 Euro) zahlen.