Dreijähriger ins Krokodil-Gehege geworfen: Versuchten die Pfleger, den Täter wegzuschmuggeln?
Cambridgeshire (England) - Nach dem unfassbaren Krokodil-Drama um einen dreijährigen Jungen in England kommen jetzt schockierende Details über die Betreuer des Täters ans Licht. Die Pfleger des geistig beeinträchtigten Angreifers versuchten offenbar direkt nach der Tat, den 30-Jährigen im Auto zu verstecken und vom Gelände zu schmuggeln. Nur durch das mutige Eingreifen von Zoo-Mitarbeitern konnte die heimliche Flucht verhindert werden.
Wie die britische Zeitung "The Telegraph" berichtet, überschlugen sich die Ereignisse auf dem Parkplatz des Tierparks "Johnsons of Old Hurst" in Cambridgeshire direkt nach dem Horror-Angriff.
Während die Tierpfleger noch um das Leben des Kindes kämpften, verließen die zwei Betreuer mit dem hilflosen 30-jährigen Verdächtigen fluchtartig das Tropenhaus. Ein Insider packte aus: "Sie haben versucht, ihn schnell ins Auto zu verfrachten."
Doch der Fluchtversuch scheiterte: Ein Angestellter des Zoos stellte sich den Pflegern auf dem Parkplatz in den Weg und hinderte sie erfolgreich daran, einfach davonzufahren, bis die alarmierte Polizei eintraf.
Besonders brisant: Augenzeugen hatten zuvor berichtet, dass die Pfleger während des gesamten Zoo-Rundgangs komplett abgelenkt gewesen sein sollen, intensiv auf ihre Handys geschaut und den späteren Angreifer rund zehn Meter vor sich herlaufen gelassen hätten.
Was war passiert?
Das unbegreifliche Verbrechen ereignete sich am 18. Juni während eines unbeschwerten Familienausflugs. Der 30-jährige Mann packte den dreijährigen Jungen, der mit seiner Mutter und seinem jüngeren Geschwisterchen unterwegs war, völlig aus dem Nichts.
Er schleuderte das wehrlose Kind über die rund 1,20 Meter hohe Sicherheitsabsperrung. Der Junge stürzte knapp fünf Meter tief, prallte auf Beton auf und rollte anschließend in das tiefe Wasserbecken, in dem mindestens 15 Krokodile lauerten.
In einer dramatischen Rettungsaktion bewies Tracey Johnson, die den Zoo mit ihrem Mann betreibt, unfassbaren Mut: Sie sprang sofort selbst todesmutig in das Krokodilbecken und riss das blutende Kind an sich.
Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem 29-jährigen Sohn rettete sie den Jungen vor den Raubtieren und leistete Erste Hilfe. Der Dreijährige erlitt bei dem Sturz und durch mindestens einen Krokodilbiss einen Beckenbruch sowie einen gebrochenen Arm, befindet sich im Krankenhaus, laut neuesten Berichten aber zum Glück nicht mehr in kritischem Zustand.
Der 30-jährige Angreifer wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Da er von der Polizei als nicht vernehmungsfähig eingestuft wurde, entließ man ihn vorerst bis zum 18. September auf Kaution.
Titelfoto: Bildmontage: Instagram: johnsonsofoldhurst / picture alliance/dpa/PA Wire | Joe Giddens

