Horror-Peinigerin hält sich behinderte Frau 25 Jahre lang als Sklavin
Tewkesbury (Vereinigtes Königreich) - Sie bekam kein richtiges Essen, musste in einem schimmeligen Raum hausen, wurde misshandelt und erniedrigt: Eine Frau (56) aus Großbritannien hielt sich über 20 Jahre lang eine Behinderte als Sklavin. Während sie unter erbärmlichen Bedingungen leben musste, zwang die Britin sie auch noch, für sie zu schuften. Nun wurde die Horror-Täterin verurteilt.
Am Mittwoch fiel in einem Gericht in Gloucester das Urteil: Amanda W. wurde wegen moderner Sklaverei schuldig gesprochen. Zudem verurteilte man sie laut einem Facebook-Beitrag der örtlichen Polizei wegen Zwangsarbeit, Körperverletzung und Freiheitsberaubung.
Während des 13-tägigen Prozesses wurde das ganze Ausmaß der Schreckenstat bekannt:
1996 hatte die 56-Jährige die Verantwortung für ihr Opfer übernommen und nahm es in ihrem Haus auf. Zwei Jahrzehnte lang sollte die lernbehinderte Frau dieses nicht mehr verlassen dürfen.
W. sperrte sie ein und zwang sie unter Androhung von Gewalt zur Hausarbeit - während sie die Sozialleistungen der Schutzbedürftigen kassierte. Täglich musste das Opfer kniend stundenlang den Boden fegen, abwaschen und Wäsche machen.
Während ihre Peinigerin sich von ihr bedienen und waschen ließ, durfte die Geschädigte keinerlei Körperhygiene betreiben. Auch eine medizinische Behandlung verweigerte man ihr. Täterin Amanda ließ zudem nur eine Mahlzeit am Tag für sie zu, die meist aus Essensresten oder Abfällen bestand.
Zwischen 1997 und März 2021 soll es regelmäßig zu Gewalt ihr gegenüber gekommen sein, erklärt das Opfer. W. schlug und würgte sie. Wenn anfallende Arbeiten nicht erledigt wurden, schlug sie ihr mit einem Besenstiel ins Gesicht, wodurch die Leidtragende Zähne verlor.
Einmal drückte die Britin den Kopf ihrer Sklavin in die Toilette und schüttete Reinigungsmittel über ihr Gesicht und ihren Hals. Außerdem rasierte W. ihrem Opfer gegen deren Willen den Kopf.
Opfer machte nach 25 Jahren Gefangenschaft dank Smartphone auf sich aufmerksam
Nachdem der erste Versuch der Frau gescheitert war, sich heimlich mit einem Handy Hilfe zu rufen, gelang es ihr schließlich am 15. März 2021, eine Bekannte zu erreichen.
Als die alarmierte Polizei an der Adresse der Täterin eintraf, fanden sie das Opfer verängstigt, unterernährt und stark riechend vor. Der verdreckte Raum, in dem sie die letzten 25 Jahre lang schlafen musste, war von Schimmel befallen, hatte unverputzte Wände und keine Lampe.
Nach ihrer Befreiung brachte man die Geschädigte in ein Krankenhaus. Dort stellte man Narben um ihren Mund fest, die wahrscheinlich durch den Kontakt mit dem ätzenden Reinigungsmittel entstanden waren. Ihre Knöchel waren von Schwielen übersät, die auf das stundenlange Knien bei der schweren Hausarbeit zurückzuführen waren.
Die Frau, die sich heute in ihren Vierzigern befindet, wurde zum ersten Mal überhaupt einem Zahnarzt vorgestellt. Dieser ist sich sicher, dass das Opfer im Laufe der Jahre aufgrund von nie behandelten Infektionen und Abszessen starke Schmerzen erlitten haben muss.
"W. hielt ein extrem schutzbedürftiges Opfer über zwei Jahrzehnte unter entsetzlichen Bedingungen gefangen", so Detective Constable Emma Jackson von der Polizei Gloucestershire. Die Frau wäre auf die "grausamste und unmenschlichste Weise" behandelt worden.
Das Opfer, das sich glücklicherweise wieder erholt hat, bezeichnet sie als "unglaublich mutig".
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/Facebook/Gloucestershire Constabulary

